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Freshdina zwischen Bühne und Alltag

vor 8 Stunden
3 Min. Lesezeit

Meinung – Wenn das Leben plötzlich den Takt vorgibt


Der September hat für mich eigentlich wunderschön begonnen. Mit Musik, Auftritten, besonderen Momenten und ganz viel Vorfreude auf meinen Urlaub. Und wie so oft im Leben sollte dann alles ganz anders kommen.


Anfang September durfte ich zunächst bei einer Tagespflege für die Bewohner singen. Ein ganz besonderer Auftritt, denn an diesem Tag, dem 2. September, hatte ich Geburtstag. Nach meinem Auftritt ging es für meine Frau Julia und mich zum Geburtstagsessen ins Restaurant im Bundestag. Ein wunderschöner Tag, den wir gemeinsam genießen konnten.


Am 4. und 5. September ging es dann für mich musikalisch weiter: Ich durfte auf einem Weinfest bei Leipzig auftreten. Musik, Menschen, gute Stimmung – genau das, was ich liebe.


Und danach sollte endlich unser Urlaub beginnen. Am 7. September fuhren wir zunächst nach Seefeld in Tirol. Eigentlich hatten wir eine wunderschöne Reise geplant: Verona, Rimini und Bologna standen auf unserer Liste. Wir wollten Italien entdecken, genießen, gut essen und einfach eine schöne Zeit miteinander verbringen.


Doch schon in Seefeld hatte ich das Gefühl, dass irgendetwas mit mir nicht stimmte.


In Verona wurden die Beschwerden dann plötzlich massiv. Ich bekam starke Schmerzen in der Hüfte und im Rücken. Zeitweise konnte ich nicht einmal mehr aus dem Bett aufstehen oder stehen. Die Schmerzen waren so stark, dass ich mich teilweise nur auf allen Vieren zur Toilette bewegen konnte.


Wir versuchten, ärztliche Hilfe zu bekommen, fanden aber zunächst keinen Arzt, der kurzfristig Zeit hatte. Da wir unsere Unterkunft verlassen mussten und die nächste Station unserer Reise Rimini war, beschlossen wir, ins Auto zu steigen und dort direkt in die Notaufnahme zu fahren.


Die nächsten Tage verbrachte ich dort wegen der starken Schmerzen. Ich bekam Schmerzmittel und wurde medizinisch behandelt. Doch damit sollte es noch lange nicht vorbei sein.


Am 16. September kam plötzlich eine heftige Grippe dazu. Und in der Nacht musste ich erneut ins Krankenhaus – diesmal wegen Schwindel, Benommenheit und starker Übelkeit. Es wurde unter anderem eine Magen-Darm-Erkrankung festgestellt. Nach ein oder zwei Tagen wurden die Beschwerden zwar etwas besser, aber sie verschwanden nicht vollständig.


Ich war weiterhin schwindelig, mir war schlecht und ich fühlte mich einfach nicht richtig fit. Wir warteten noch einige Tage und hofften, dass es endlich besser werden würde. Aber ich konnte unseren Urlaub überhaupt nicht mehr genießen. Ich konnte kaum noch etwas unternehmen und verließ teilweise unsere Unterkunft gar nicht mehr.


Irgendwann mussten wir uns eingestehen: So hat das keinen Sinn.


Also brachen wir unseren Urlaub ab. Bologna, auf das wir uns besonders gefreut hatten, mussten wir leider auslassen. Stattdessen machten wir uns auf den Weg zurück nach Deutschland.


Auch die Rückfahrt war alles andere als entspannt. Immer wieder mussten wir anhalten, weil mein Kreislauf verrücktspielte und ich mich schlecht fühlte. Wir schafften es schließlich bis nach Österreich und von dort weiter nach Deutschland.


Zu Hause angekommen hoffte ich natürlich, dass sich mein Körper nun langsam wieder erholen würde. Aber auch nach Tagen ging es mir nicht richtig gut.


Eine Woche später wachte ich mitten in der Nacht erneut mit denselben Beschwerden auf: Schwindel, Benommenheit und Übelkeit. Diesmal ging es wieder in die Notaufnahme – und seitdem bin ich im Krankenhaus.


Nun werde ich hier Schritt für Schritt untersucht. Die Ärzte schauen sprichwörtlich „von oben bis unten“, um herauszufinden, woher diese Beschwerden kommen. Es werden verschiedene Untersuchungen gemacht, und noch ist nicht alles geklärt.


Für jemanden wie mich, der normalerweise ständig unterwegs ist, auf der Bühne steht, singt, moderiert und Menschen zum Lachen bringt, ist das eine völlig ungewohnte Situation.


Plötzlich bestimmt nicht mehr die Musik den Takt, sondern der eigene Körper.


Und vielleicht ist genau das eine der schwierigsten Lektionen: zu akzeptieren, dass man nicht immer alles planen kann. Dass man manchmal anhalten muss. Dass man Geduld haben muss. Und dass es vollkommen in Ordnung ist, auch einmal nicht stark sein zu müssen.


Ich weiß noch nicht, was am Ende dieses Weges herauskommt. Aber ich weiß, dass ich nichts überstürzen möchte. Ich möchte, dass die Ärzte alles vernünftig abklären. Lieber bleibe ich ein paar Tage länger und bekomme hoffentlich Antworten, als nach Hause zu gehen und anschließend monatelang auf Untersuchungen und Termine warten zu müssen.


Mein September begann mit Musik und Geburtstagsfreude – und endet nun mit mir im Krankenhaus.


Das Leben schreibt eben manchmal seine ganz eigenen Geschichten.


Und vielleicht ist genau das auch meine persönliche Erinnerung aus diesem Monat: Man kann seinen nächsten Auftritt planen, seinen Urlaub buchen und seine Koffer packen. Aber manchmal gibt das Leben selbst den Takt vor.


Ich hoffe sehr, dass ich bald wieder dort stehe, wo ich mich am wohlsten fühle: auf der Bühne. Mit einem Mikrofon in der Hand, einem Lächeln im Gesicht und ganz viel Musik im Herzen.


Bis dahin heißt es für mich: Geduld haben, gesund werden und Schritt für Schritt nach vorne schauen.


Eure Freshdina

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