Grünpflege erneut Thema: Jetzt geht es um den Goetheplatz
- Oliver Bettermann

- vor 1 Stunde
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Wilhelmshorst – Der Goetheplatz gehört zu den markantesten Punkten in Wilhelmshorst. Wer aus Richtung Potsdam kommt, fährt praktisch direkt auf ihn zu. Die Gemeinde selbst beschreibt den Platz als Teil des kleinen Ortszentrums.
Doch wie steht es um seine Pflege? Genau das will der Wilhelmshorster Gemeindevertreter und FDP/UWG-FW-Fraktionsvorsitzende Axel Lipinski-Mießner jetzt von der Verwaltung wissen.
In einer Anfrage an die Verwaltung schreibt Lipinski-Mießner, seit geraumer Zeit entstehe der Eindruck, dass Pflege und Gestaltung des Goetheplatzes „zunehmend seltener und weniger sorgfältig“ erfolgten. Bis zur nächsten Sitzung der Gemeindevertretung möchte er deshalb unter anderem wissen, nach welchem Pflege- und Gestaltungskonzept der Platz derzeit unterhalten wird.
Dabei geht es nicht nur ums Rasenmähen. Lipinski-Mießner fragt konkret nach Pflegeintervallen, Zuständigkeiten, möglichen externen Dienstleistern und der Kontrolle der ausgeführten Arbeiten. Außerdem will er erfahren, ob für den Goetheplatz Veränderungen, zusätzliche Pflegemaßnahmen oder eine gestalterische Aufwertung geplant sind.
Grünpflege beschäftigt Michendorf schon länger
Die Fragen treffen auf ein Thema, über das die MIR bereits im Frühjahr ausführlich berichtet hat.
Unter anderem erschien die MIR-Kolumne „MIR fällt auf: Es grünt so richtig“. Darin ging es um hochgewachsene und teilweise überwuchert wirkende Flächen im Gemeindegebiet.
Hier wurde nochmals daran erinnert, dass bereits einige Jahre zuvor wegen entsprechender Flächen nachgefragt wurde. Die damalige Begründung habe sinngemäß gelautet, dort entstehe eine „Blühwiese“. Die Kolumne stellte deshalb die grundsätzliche Frage, wo ökologisch gewolltes Wachstum endet und wo fehlende Pflege beginnt.
Das Thema stieß auf rege Reaktionen. Leser schilderten der MIR unter anderem Probleme mit überwuchernden Sträuchern oder mangelnder Pflege an gemeindlichen Flächen.
Eine Bürgerin berichtete sinngemäß, die Gemeinde müsse teilweise selbst auf notwendige Rückschnitte hingewiesen werden, wenn beispielsweise Sichtachsen betroffen seien.
Gemeinde nahm damals die Anlieger in die Pflicht
Bemerkenswert war die zeitliche Abfolge: Bereits am Folgetag, einen Tag nach der MIR-Kolumne, veröffentlichte die Gemeinde einen ausführlichen Hinweis zu Anlieger- und Verkehrssicherungspflichten.
Darin wurden Grundstückseigentümer unter anderem aufgefordert, Gehwege und Rinnsteine zu pflegen und Bewuchs zurückzuschneiden. Der Außendienst werde verstärkt kontrollieren, kündigte die Verwaltung damals an.
Die MIR griff diesen Hinweis nochmals auf – gerade vor dem Hintergrund der Leserhinweise, die sich nicht nur auf private Grundstücke, sondern auch auf gemeindliche Flächen bezogen.
Bei öffentlichen Flächen liegt die Sache ohnehin anders: Die Gemeinde weist selbst darauf hin, dass sie für Planung und Durchführung von Anpflanzungen auf öffentlichen Grünflächen, Grünstreifen, Parkanlagen und anderem öffentlichen Straßenland zuständig ist.
Blühwiese oder klassisch gepflegter Platz?
Noch interessanter wird die aktuelle Anfrage durch das inzwischen veröffentlichte Blühwiesenkonzept der Gemeinde.
Darin hat die Verwaltung konkrete gemeindeeigene Flächen ausgewählt, auf denen die Pflege bewusst verändert werden soll. Für diese Flächen gibt es ein angepasstes Mahdregime.
Der Bauhof erhielt dafür eigene Arbeitskarten mit Zuständigkeiten, Mahdzeiträumen und Besonderheiten der jeweiligen Fläche. Vorgesehen ist unter anderem eine Mindestschnitthöhe von acht bis zehn Zentimetern.
Der Goetheplatz taucht in der veröffentlichten Liste dieser Blühwiesenflächen allerdings nicht auf.
Gerade deshalb dürfte die Antwort auf die Frage nach dem konkreten Pflegekonzept interessant werden: Wird der zentrale Wilhelmshorster Platz nach einem eigenen gestalterischen Konzept gepflegt? Gibt es feste Intervalle? Oder werden Arbeiten nach Bedarf erledigt?
Jetzt ist die Verwaltung gefragt
Der Goetheplatz ist keine versteckte Grünfläche irgendwo am Ortsrand. Die Gemeinde selbst beschreibt ihn als markanten Zugang zum Wilhelmshorster Ortszentrum. Schon beim gemeindeweiten Frühjahrsputz 2023 war er einer von zwei Treffpunkten in Wilhelmshorst.
Damit geht es bei der Anfrage letztlich um mehr als einige Zentimeter Rasen oder den Rückschnitt einzelner Pflanzen. Es geht um die Frage, welchen Pflegestandard die Gemeinde für einen zentralen öffentlichen Platz vorsieht – und wie sie sicherstellt, dass dieser Standard auch eingehalten wird.
Die Antwort der Verwaltung steht noch aus. Die MIR wird berichten.




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