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Kegeln, Flagge zeigen und griechisch feiern: So lief der Tag der Einheit in Michendorf

vor 5 Minuten
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Michendorf / Wildenbruch – Morgens eine ruhige Hand an der Kegelbahn, abends einen guten Appetit im Apfelbaum: Wer wollte, konnte den Tag der Deutschen Einheit in Michendorf äußerst gesellig verbringen. In Wildenbruch rollten die Kugeln, beim Korfu-Geburtstag wartete ein üppiges Buffet auf etwa 150 Gäste. Und vor dem Rathaus hing eine Flagge, die in der Gemeinde schon für deutlich mehr Aufregung gesorgt hat als jeder Kegelwurf.


Alle Neune – und noch eine Runde

In Wildenbruch gehörte der Feiertag zunächst der Kegelbahn. Ortsbeirat, Fastnachtsclub und Freiwillige Feuerwehr hatten zum traditionellen Vereinskegeln auf das Außengelände der Feuerwehr eingeladen. Je fünf Personen bildeten ein Team, auch Gastmannschaften durften antreten.



Doch auch neben der Bahn gab es genug zu tun. Beim Bierkrugstoßen, Jakkolo und Würfeln konnte man sein Geschick versuchen – oder darauf hoffen, dass wenigstens die Würfel mitspielten. Für die Kinder stand eine Hüpfburg bereit.


Dazu Getränke, geselliges Treiben und gute Stimmung: Das Vereinskegeln bot reichlich Gelegenheit, zusammenzustehen, ins Gespräch zu kommen und den freien Tag gemeinsam zu verbringen. Die Kegel lieferten den sportlichen Anlass, das Drumherum machte daraus einen Treffpunkt fürs Dorf.


Eine Flagge mit Vorgeschichte

Am Michendorfer Rathaus zeigte sich der Feiertag in Schwarz-Rot-Gold. Zum 36. Jahrestag der deutschen Einheit hing dort die Bundesflagge. Der 3. Oktober gehört zu den regelmäßigen Beflaggungsanlässen.


Eigentlich ein vertrautes Bild an einem Nationalfeiertag. In Michendorf steckt darin allerdings Stoff für eine Rückblende: Im Mai hatte die Gemeindevertretung eine dauerhafte Deutschlandbeflaggung mit zehn Ja- gegen 13 Nein-Stimmen abgelehnt.



Die Befürworter wollten mit der Flagge die Werte des Grundgesetzes und die demokratische Ordnung sichtbar machen. In der Debatte wurden dagegen mögliche nationalistische Missverständnisse angeführt. Außerdem stand die Sorge im Raum, eine dauerhaft gehisste Flagge könne besonderen Anlässen ihre Bedeutung nehmen.


Am Samstag durfte der besondere Anlass also wieder sichtbar werden. Eine Kehrtwende in der Frage der Dauerbeflaggung war damit nicht verbunden.


Brandenburgs Innenminister Jan Redmann setzt unterdessen auf Schwarz-Rot-Gold im Alltag: Seit dem 3. Oktober werden sein Ministerium und vier Behörden seines Geschäftsbereichs dauerhaft mit Bundes-, Landes- und Europaflagge beflaggt. Für die kommunalen Rathäuser gilt diese Anordnung nicht.


In seinem MAZ-Gastbeitrag erinnerte Redmann an die Menschen, die 1989 Hammer, Zirkel und Ährenkranz aus ihren DDR-Fahnen schnitten. Das Staatswappen verschwand, die Farben blieben. „Schwarz-Rot-Gold waren immer die Farben der Freiheit“, schrieb der Minister. Eine historische Perspektive auf jene drei Farben, über deren täglichen Platz vor dem Michendorfer Rathaus man sich im Frühjahr nicht einig wurde.


Ein Geburtstag, viele volle Teller

Am Abend wechselte das Programm von der Kegelbahn ans Buffet. Das Korfu feierte seinen ersten Geburtstag in Michendorf – mit etwa 150 Gästen im großen Saal des Apfelbaums. Zum Jubiläum hatte das Restaurant griechisches Essen und einen DJ angekündigt.



Das Buffet machte die Entscheidung nicht unbedingt leichter: erst Vorspeisen, gleich zum Gyros oder doch etwas Fisch? Dazu Lamm, Huhn und allerlei kleine Köstlichkeiten. Wer sich sonst auf ein Gericht von der Karte festlegen muss, konnte diesmal quer durch das Korfu-Angebot probieren.


Nach dem Essen wurde aus dem Jubiläumsbuffet eine Geburtstagsparty. Korfu-Betreiber Andi Gjishti und sein Team heizten den Gästen mit Sirtaki und Ouzo ordentlich ein. Musikalisch ging es von Schlager bis Techno – eine Mischung, bei der die griechische Lebensfreude ebenso ihren Platz hatte wie die kräftigen Beats.



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