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„Michendorf wird einfach“: Gregory Gosciniak kündigt Bürgermeisterkandidatur an

vor 16 Stunden
9 Min. Lesezeit

Michendorf - Weniger Bürokratie, neue Prioritäten bei Ordnung und dem Umgang mit nationalen Symbolen: Gregory Gosciniak will bei der Bürgermeisterwahl 2027 als parteiloser Kandidat antreten. Den Lesern der Michendorfer Rundschau ist der 25-jährige Vater aus Wildenbruch bereits als Herausgeber und Mitgesellschafter des herausgebenden Verlags bekannt.


Nun beantwortet er selbst die Fragen – zu seinem politischen Weg, seiner Erfahrung und seinen ersten Plänen für die Gemeinde. Was würde er verändern, wo möchte er sparen und woran sollen ihn die Michendorfer messen? Und er stellt klare Forderungen an die amtierende Rathauschefin.


Foto: Paul Schneider
Foto: Paul Schneider

Herr Gosciniak, Sie haben angekündigt, bei der Bürgermeisterwahl 2027 antreten zu wollen. Wie verbindlich ist diese Entscheidung bereits, und wer unterstützt Ihre Kandidatur politisch und organisatorisch?


„Für mich ist klar: Wenn ich mit einer solchen Kandidatur an die Öffentlichkeit gehe, dann ist sie zu 100 Prozent verbindlich. Ich werde bei der Wahl 2027 antreten – und zwar, um dieses Amt zu gewinnen.


Dafür brauche ich Unterstützer. Deshalb gehe ich jetzt in Gespräche mit den politischen Parteien, den Initiativen und den Wählergruppen in Michendorf. Ich bin offen für jeden, der bereit ist, meine Ziele für Michendorf zu unterstützen.“


Warum wollen Sie Bürgermeister von Michendorf werden? Welcher konkrete Missstand hat für Sie den Ausschlag gegeben, selbst kandidieren zu wollen?


„Michendorf wird einfach. Das wird der Titel meiner Kampagne. Ich glaube, Michendorf ist in vielen Dingen – wie vieles in Deutschland – einfach zu kompliziert. Wir haben unglaublich viele Ordnungen und Satzungen auf Gemeindeebene. Ich möchte bei jeder einzelnen fragen: Brauchen wir sie in dieser Form? Was können wir vereinfachen, was können wir abschaffen? Da kann Michendorf auf jeden Fall einfacher werden. Das muss für die Bürger auch im Alltag spürbar sein: bei Anträgen, Bescheiden und im Kontakt mit der Verwaltung.


Daneben steht natürlich das Thema Finanzen. Michendorf muss mit dem Geld auskommen, das zur Verfügung steht. Deshalb müssen wir Ausgaben, Personalbedarf und Flächen überprüfen. Sparsamkeit muss dabei auch an der Rathausspitze gelten.“


Sie wären bei Amtsantritt erst 26 Jahre alt. Welche beruflichen, politischen und persönlichen Erfahrungen qualifizieren Sie dafür, eine Gemeindeverwaltung mit Personal- und Millionenverantwortung zu führen?


„Ich habe eine betriebswirtschaftliche Ausbildung genossen: Ich bin studierter Betriebswirt und habe Verkäufer im Einzelhandel gelernt. Dort habe ich unter anderem eine Kassenabteilung geleitet und Verantwortung für verlässliche Abläufe und den sorgfältigen Umgang mit Geld übernommen, aber auch für Personal übernommen.


Außerdem habe ich Verwaltungserfahrung gesammelt, zunächst im Jugendamt unseres Landkreises Potsdam-Mittelmark und inzwischen in der Berliner Senatsverwaltung für Finanzen, wo ich seit inzwischen drei Jahren als Pressesprecher arbeite. Dort habe ich jeden Tag mit finanzpolitischen Themen und komplexen Verwaltungsentscheidungen zu tun. Diese Entscheidungen zu verstehen und verständlich zu erklären, gehört zu meiner Arbeit. Diese Erfahrungen möchte ich für Michendorf einsetzen.“


In welchem Bereich fehlt Ihnen gegenwärtig noch die notwendige Erfahrung für das Bürgermeisteramt – und wie wollen Sie dieses Defizit ausgleichen?


„Eine gesamte Gemeindeverwaltung zu leiten, ist eine große Verantwortung - und das ist mir bewusst. Ich traue mir zu, mich schnell und gründlich in die Aufgaben einzuarbeiten. Dazu gehört für mich auch, die Erfahrung der Mitarbeiter ernst zu nehmen und fachlichen Rat einzuholen.


Gerade beim Kommunalrecht habe ich auch als Kommunalpolitiker und Redakteur der Michendorfer Rundschau in den vergangenen Jahren viel gelernt. Dieses Wissen möchte ich weiter vertiefen. Ich muss als Bürgermeister nicht auf jede Fachfrage selbst eine Antwort haben. Aber ich muss bereit sein, zuzuhören, Entscheidungen zu treffen und dafür Verantwortung zu übernehmen.


Und dass man nie auslernt, erlebe ich auch ganz persönlich mit meinem Sohn. Von ihm und mit ihm habe ich in den vergangenen Monaten unglaublich viel gelernt. Neue Verantwortung verändert einen auch selbst. Ich finde es wichtig, dafür offen zu bleiben.“


Foto: Paul Schneider
Foto: Paul Schneider

Parteilos antreten – offen für Unterstützung

Ihr politischer Weg führte Sie von der AfD zur CDU. Welche politischen Überzeugungen haben diesen Wechsel ausgelöst, und unter welcher parteipolitischen Flagge wollen Sie 2027 antreten?


„Ich war etwas weniger als zwei Monate Mitglied der AfD. Damals habe ich gemerkt, wo der Unterschied zwischen einer konservativen, konservativ-liberalen beziehungsweise christdemokratischen Politik und einer rechten Politik liegt. Deshalb habe ich mich entschieden, die Partei zu verlassen. Den Eintritt bewerte ich als einen Fehler, den ich korrigiert habe.


Auch die CDU habe ich inzwischen nach mehrjähriger Mitgliedschaft verlassen. Ich möchte 100 Prozent Michendorf-Politik machen. Deshalb werde ich bei dieser Wahl parteilos antreten. Meine Vorschläge möchte ich unabhängig von einer Parteizugehörigkeit vertreten.


Ich weiß, ich brauche Unterstützung. Aber ich werde mich und meine Politik dafür nicht mehr verstellen.“


Und wie genau ist Ihr Verhältnis zur AfD heute?


„Es gibt Vertreter der AfD in der Gemeindevertretung Michendorf. Diese kenne ich zu großen Teilen persönlich, ebenso wie die Gemeindevertreter der anderen Fraktionen. Ich glaube, auf Gemeindeebene muss man mit den Fraktionen zusammenarbeiten, die vor Ort aktiv sind.


Das bedeutet für mich, über konkrete Sachfragen zu sprechen und Vorschläge nach ihrem Inhalt zu beurteilen. Jeder Partei steht es offen, meine Ziele für Michendorf zu unterstützen. Das gilt für die AfD genauso wie für das Bündnis für Michendorf oder die CDU.“


Wechselstimmung ist noch keine Zustimmung

Im Bürgermeisterbarometer tendieren 41,1 Prozent der Befragten zu einem personellen Wechsel. Weitere 18,6 Prozent wären bei einer überzeugenden Gegenkandidatur offen. Warum sollten gerade Sie diese überzeugende Alternative sein?


„Die Befragung zeigt, dass sich viele Teilnehmer eine Veränderung vorstellen können. Das ist aber noch keine Zustimmung zu mir. Die muss ich mir erarbeiten.


Ich glaube, ich kann die Menschen mit meinen Zielen und Ideen überzeugen. Damit möchte ich jetzt an die Öffentlichkeit gehen, in die Betriebe, Vereine und Initiativen. Ich möchte die Menschen davon überzeugen: Michendorf kann einfacher werden – mit weniger unnötigen Vorschriften, anderen Prioritäten beim Ordnungsamt und einem sparsameren Umgang mit unserem Geld.“


Das Bürgermeisterbarometer zeigt zunächst nur eine allgemeine Wechselstimmung und keine Zustimmung zu Ihrer Person. Wie wollen Sie verhindern, lediglich vom Unmut über die Amtsinhaberin zu profitieren, ohne selbst ein überzeugendes politisches Angebot vorzulegen?


„Ich möchte nicht als bloßer Gegenentwurf zur aktuellen Führung auftreten. Ich sage, was ich selbst verändern möchte. Unzufriedenheit allein ist hierbei kein Programm.


Michendorf ist eine wunderschöne Gemeinde. Vieles hat sich bei uns auch positiv entwickelt. Es gibt aber Entwicklungen, bei denen Michendorf aus meiner Sicht Nachholbedarf hat: bei den Ordnungen und Satzungen, bei der Prioritätensetzung des Ordnungsamtes und bei einfachen Verwaltungsverfahren. Dort möchte ich einen Wechsel herbeiführen.“


Fast die Hälfte der Befragten, die nach eigener Angabe 2019 die heutige Amtsinhaberin gewählt haben, steht nicht mehr eindeutig hinter ihr. Was hat die Rathausführung aus Ihrer Sicht verloren – und was würden Sie konkret anders machen?


„Die Gründe dafür können unterschiedlich sein. Aus der Befragung allein lässt sich nicht ableiten, warum jemand seine Haltung verändert hat.


Für mich ist wichtig, dass Ankündigungen und tatsächliches Handeln zusammenpassen. Deshalb benenne ich Forderungen, für die ich stehe. Daran sollen mich die Menschen messen können.“


Besonders groß ist der Wechselwunsch unter den Befragten in Wildenbruch und Wilhelmshorst. Welche konkreten Probleme sehen Sie in diesen beiden Ortsteilen, und welche Lösungen bieten Sie an?


„Unsere Ortsteile haben ihre ganz eigene Identität und unterschiedliche Bedürfnisse. Deshalb möchte ich genau zuhören, was die Menschen vor Ort von der Gemeinde erwarten.


Wir haben 2024 gerade in Wildenbruch erlebt, dass wegen fehlender Stimmzettel Ortsbeiratswahlen teilweise wiederholt werden musste. Das bleibt den Menschen im Gedächtnis, und das darf nicht sein. Auf grundlegende Verwaltungsabläufe muss man sich verlassen können.“


Foto: Paul Schneider
Foto: Paul Schneider

Sparen – aber ohne Entlassungen

Zum 31. Mai 2026 lag der Schuldenstand der Gemeinde bei rund 18,22 Millionen Euro; zugleich bestand eine weitere Kreditermächtigung von bis zu drei Millionen Euro. Welche Ausgaben hätten für Sie Vorrang – und an welcher Stelle würden Sie konkret sparen?


„Als Gemeinde und als öffentliche Hand müssen Bildung und Sicherheit immer an erster Stelle stehen. Das sind für mich auch die beiden großen Schwerpunkte der Haushaltspolitik.


Beim Ordnungsamt möchte ich die Prioritäten verändern. Anlassunabhängige Kontrollen, die lediglich das Vergessen von Parkscheiben bestrafen, möchte ich abschaffen. Wo Fahrzeuge Menschen gefährden, Wege blockieren oder Rettungskräfte behindern, muss weiterhin eingegriffen werden. Ich will keine Parkgebühren in der Gemeinde und bestehende Parkzeitbegrenzungen auf ihre Notwendigkeit prüfen. Dadurch frei werdende Arbeitszeit soll für tatsächliche Probleme eingesetzt werden.


Außerdem möchte ich den Bedarf an Flächen und Personal überprüfen. Dabei sage ich aber ganz klar: Ich will Personalaufwand durch einfachere Abläufe und die Nutzung frei werdender Stellen senken, ohne dafür Mitarbeiter zu entlassen.


Wir leben in Zeiten des demografischen Wandels. Wenn Beschäftigte in den Ruhestand gehen oder Stellen frei werden, müssen wir prüfen, welche Aufgaben weiterhin anfallen und wie wir sie erledigen. Digitalisierung muss dabei die Verwaltung und vor allem die Bürger entlasten. Und bevor wir anderen Verzicht abverlangen, müssen wir auch Flächenpotentiale und die Ausgaben an der Rathausspitze überprüfen.“


Rathaus, Gesundheitszentrum und Apfel-Mitte haben den Michendorfer Ortskern sichtbar verändert. Dennoch empfinden viele Bürger die neue Ortsmitte als wenig einladend. Was würden Sie dort konkret verändern, und wie soll das finanziert werden?


„Die neue Ortsmitte muss sich daran messen lassen, ob die Menschen sie gerne nutzen. Gebäude allein machen noch keinen lebendigen Ortskern.


Wir müssen diesen Ort attraktiv machen. Das gelingt nur mit Partnerschaften mit der Wirtschaft und mit Angeboten für die Bürger. Dafür braucht es auch ausreichende Parkmöglichkeiten und ein Angebot vor Ort, das die Bürger wirklich nutzen wollen. Welche zusätzlichen Angebote tragfähig sind, versuche ich schon heute mit Unternehmern und Gastronomen herauszufinden.


Die Bundesflagge gehört dauerhaft ans Rathaus – gerade nach den Entscheidungen des Brandenburger Innenministers der vergangenen Tage. Auch mein Sohn und alle Kinder unserer Gemeinde sollen mit einem selbstverständlichen Verhältnis zu unserem Land und zu unseren Werten von Vielfalt und Zusammenhalt aufwachsen.


Deshalb fordere ich die amtierende Rathauschefin dazu auf, unverzüglich dem Beispiel des Innenministers zu folgen und eine Dauerbeflaggung des Rathauses anzuweisen. Sollte das Land dagegen rechtliche Einwände erheben, biete ich schon heute an, für meine Forderung gerade zu stehen.“


Der Umbau der Potsdamer Straße wird derzeit mit rund 12,3 Millionen Euro veranschlagt. Gleichzeitig sorgen der mögliche Wegfall von Stellplätzen und die Ausrichtung des Mobilitätskonzeptes für Streit. Welche Teile der bisherigen Planung würden Sie fortführen – und welche stoppen oder verändern?


„Verkehr muss sich gerade in einer Pendlergemeinde wie unserer, mit langen Wegen, daran ausrichten, was die Bürger im Alltag brauchen.


Wenn ich mit meinem 90-jährigen Großvater, der hier in Wildenbruch einmal Bürgermeister war, zum Einkaufen gefahren bin, konnte ich das nicht mit dem Lastenrad tun. Viele Menschen hier sind für solche Wege auf das Auto angewiesen. Dafür braucht es ausreichende Parkflächen und Straßen, die befahrbar sind.


Wir brauchen Angebote für Familien, Pendler und Senioren. Meine Maßstäbe für die Planung sind deshalb klar: Erreichbarkeit, ausreichende Parkmöglichkeiten, Verkehrssicherheit und vertretbare Kosten. Planungen, die notwendige Stellplätze streichen oder die Erreichbarkeit verschlechtern, möchte ich ändern.


Vor wenigen Wochen konnten wir beobachten, dass der temporäre Wegfall der Parkzeitbegrenzung in der Potsdamer Straße kein Verkehrschaos ausgelöst. Auch deshalb möchte ich bestehende Parkzeitbegrenzungen auf ihre Notwendigkeit prüfen und wie im Fall der Potsdamer Straße abschaffen.“


Foto: Paul Schneider
Foto: Paul Schneider

Woran sich der Kandidat messen lassen will

Nennen Sie ein konkretes und überprüfbares Versprechen, an dem die Michendorfer Sie nach zwei Jahren im Amt messen dürfen – und welche Konsequenz würden Sie ziehen, wenn Sie dieses Ziel deutlich verfehlen?


„Da kann ich mehrere nennen: beispielsweise die Abschaffung anlassunabhängiger Parkzeitkontrollen und die Dauerbeflaggung vor dem Rathaus.


Außerdem möchte ich die Kita- und Hortbeiträge dort auf Entlastungsmöglichkeiten prüfen, wo Eltern noch Beiträge zahlen. Zugleich will ich Bescheide, Nachweispflichten und Fristen vereinfachen. Wenn wir keine finanzielle Entlastung erreichen können, dann können wir trotzdem für eine bürokratische Entlastung sorgen. Das sind klare Ziele, an denen ich mich messen lassen muss.


Wenn ich ein Ziel verfehle, muss ich öffentlich erklären, woran es liegt und was ich ändern werde. Dabei gehört zur Ehrlichkeit auch: Wo Beschlüsse der Gemeindevertretung erforderlich sind, muss ich für Mehrheiten werben. Für meinen eigenen Einsatz und mein Handeln trage ich die Verantwortung.“


Was soll Ihrer Meinung nach nach acht Jahren Amtszeit innerhalb der Gemeinde erreicht worden sein?


„Michendorf soll einfacher organisiert sein. Die Bürger sollen sich auf die Verwaltung verlassen können, ohne sich bei jedem Anliegen durch unnötige Vorschriften arbeiten zu müssen. Und die Gemeinde soll mit ihrem Geld sorgfältig umgehen.


Für mich als Bürger kommt es besonders auf zwei Situationen an: wenn ich ein Problem habe – dann soll der Kontakt möglichst angenehm, schnell und einfach sein. Und wenn ich richtig Scheiße gebaut habe – dann muss der Staat durchgreifen. Der Bürger muss sich auf uns verlassen können, beim Service und bei der Sicherheit.


Michendorf wird sich verändern und muss sich auf die kommenden Jahre vorbereiten. Wir leben im Speckgürtel Berlins, und auch in Berlin verändert sich vieles rasant.


Für mich ist klar: Wachstum darf kein Automatismus für immer mehr Verwaltungsflächen, zusätzliche Führungsposten und Privilegien sein. Ich stehe auch gegen eine unangemessene Erhöhung der Bürgermeisterbesoldung. Und mit mir wird es keinen Beigeordnetenposten für Michendorf geben, bevor wir nicht 20.000 bis 25.000 Einwohner haben.“


Wie würden Sie mit öffentlicher Kritik umgehen – insbesondere mit scharfen oder unfairen Kommentaren in sozialen Netzwerken?


„Ja, wir leben in Zeiten von Social Media. Und ja, es ist nicht immer klar erkennbar, ob hinter einem Account ein Mensch, ein Bot oder jemand anderes steht. Entscheidend ist zunächst, ob ein sachliches Anliegen dahintersteht. Damit muss man sich unabhängig der Quelle auseinandersetzen.


Ich bin kein Freund davon, unbequeme Kritik zu löschen oder zu ignorieren. Gerade eine Verwaltung muss damit umgehen können und ein Community-Management betreiben.


Ernste, scharfe Kritik gehört zum Leben und natürlich gibt es manchmal auch Kritik, die ich unangemessen finde. Aber das ist Berufsrisiko, und so muss ich damit umgehen.“


Zum Schluss der Blick auf das, was bleiben soll: Welche Entscheidung der amtierenden Bürgermeisterin würden Sie ausdrücklich fortführen, weil Sie sie für richtig halten?


„Die Michendorfer Rathauschefin wird häufig für das Fördermittelmanagement gelobt. Dass die Gemeinde sich aktiv um Fördermittel bemüht, halte ich grundsätzlich für richtig. Das würde ich fortführen.


Für mich gilt aber: Fördermittel sind immer noch Steuergelder, die wir alle als Bürger bezahlt haben. Deshalb sollten Fördermittel einem Zweck dienen. Es sollte nicht erst ein Zweck geschaffen werden, nur weil es dafür Fördermittel gibt. Ein gutes Beispiel sind hierbei die gescheiterten Mitnahmebänke.


Michendorf kann weiterhin gute Fördermittel einwerben. Aber wir müssen immer prüfen: Brauchen wir das Projekt wirklich, und können wir uns den Eigenanteil und die laufenden Kosten leisten? Erst kommt der Bedarf, dann die Suche nach einer passenden Förderung.“


Gosciniak kündigt damit als erster Gegenkandidat der Amtsinhaberin einen Wahlkampf an, in dem er mit Verwaltungsvereinfachung, Parkkontrollen und der Umgang mit Gemeindegeld punkten möchte. Zur konkreten Höhe möglicher Einsparungen äußert er sich noch nicht. In den angekündigten Gesprächen mit Parteien, Vereinen und Initiativen wird sich zeigen, wer seinen Kurs mittragen möchte.


Foto: Paul Schneider
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