MIR bringt Journalismus ins Klassenzimmer: Projektstunde am Wolkenberg-Gymnasium
- Gregory Gosciniak

- vor 28 Minuten
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Michendorf - Wie erkennt man seriösen Journalismus? Warum sind Quellen wichtig? Und wodurch unterscheiden sich Journalismus, Meinung und Propaganda? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler einer 9. Klasse am Wolkenberg-Gymnasium bei einer Projektdoppelstunde der Michendorfer Rundschau.
Zu Gast war MIR-Herausgeber und Chefredakteur Gregory Gosciniak, der den Jugendlichen einen Einblick in die Grundlagen journalistischer Arbeit gab. Ziel war es, Medienkompetenz zu vermitteln und zu zeigen, wie Nachrichten entstehen.

Warum Lokaljournalismus wichtig ist
Zu Beginn der Veranstaltung diskutierten die Schülerinnen und Schüler über die Rolle der Medien in einer demokratischen Gesellschaft. Gemeinsam wurde erarbeitet, welche Nachrichtenquellen Jugendliche nutzen und wie sich seriöse Berichterstattung von Gerüchten, Propaganda oder Falschinformationen unterscheidet.
Auch die Arbeit der Michendorfer Rundschau wurde vorgestellt. Das lokale Nachrichtenportal erreicht inzwischen monatlich mehr als 150.000 Sichtkontakte über Website und soziale Medien und berichtet regelmäßig über Politik, Vereine, Schulen, Feuerwehr, Sport und Veranstaltungen in der Gemeinde.
Recherche statt Meinung
Ein Schwerpunkt lag auf journalistischer Recherche. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, warum Informationen überprüft, mehrere Quellen genutzt und unterschiedliche Perspektiven berücksichtigt werden müssen.
Wolkenberg-Schulleiter Jonas Belke sieht darin eine wichtige Zukunftsaufgabe für junge Menschen.
„Eine dieser Herausforderungen wird künftig sein, wahre von unwahren Nachrichten unterscheiden zu können“, sagte Belke im Gespräch mit der Michendorfer Rundschau. Es gehe darum zu erkennen, was seriösen Journalismus ausmache und wie belastbare Informationen von Behauptungen oder Fake News unterschieden werden könnten.
Der Schulleiter zeigte sich überzeugt, dass die Klasse einen realistischen Einblick in journalistische Arbeit erhalten habe. Besonders deutlich sei geworden, „dass man eben nicht einfach schreiben kann, was man möchte, sondern Aussagen möglichst belegen können sollte“.
Mit dem Smartphone auf Motivsuche
Im zweiten Teil der Projektstunde wurde es praktisch. Die Jugendlichen erhielten die Aufgabe, selbst journalistische Fotos anzufertigen. Anschließend wurden die Aufnahmen gemeinsam ausgewertet.
Dabei ging es nicht nur um Bildaufbau und Perspektive, sondern auch um Datenschutz und Persönlichkeitsrechte.
Schule als Spiegel der Gesellschaft
Auch die Herausforderungen sozialer Medien standen im Mittelpunkt. Themen wie Fake News, manipulierte Videos und künstliche Intelligenz sorgten für intensive Diskussionen.
Belke betonte, gesellschaftliche Entwicklungen machten auch vor Schulen nicht Halt.
„Alles, was wir in der Gesellschaft beobachten, spiegelt sich früher oder später auch in der Schule wider. Schule ist immer ein Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen“, erklärte er. Die Antwort auf problematische Entwicklungen seien Bildung, Wertevermittlung und demokratische Erziehung.

Einladung an den journalistischen Nachwuchs
Zum Abschluss erhielten die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in den Redaktionsalltag der Michendorfer Rundschau – von der Themenfindung über die Recherche bis zur Veröffentlichung eines Artikels.
Interessierte Jugendliche wurden eingeladen, künftig selbst Beiträge, Fotos oder Berichte einzureichen. Die MIR möchte jungen Menschen aus der Gemeinde die Möglichkeit geben, erste Erfahrungen im Journalismus zu sammeln und ihre Themen einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen.
Für Schulleiter Belke passt ein solcher Praxisbezug gut in den Schulalltag. Er habe die Veranstaltung als wertvollen Beitrag zur Medienbildung wahrgenommen.
Die Projektstunde machte deutlich: Journalismus bedeutet weit mehr als das Schreiben von Texten. Es geht darum, Informationen kritisch zu prüfen, Zusammenhänge zu verstehen und Verantwortung für veröffentlichte Inhalte zu übernehmen – Fähigkeiten, die in einer digitalen Welt wichtiger denn je sind.
Die Michendorfer Rundschau bedankt sich beim Wolkenberg-Gymnasium für die Möglichkeit, die Projektstunde durchzuführen. Ein besonderer Dank gilt Schulleiter Jonas Belke für die Unterstützung sowie den Schülerinnen und Schülern der 9. Klasse für ihr Interesse, ihre Offenheit und die engagierte Mitarbeit während der Veranstaltung.




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