Stückener erstreiken sich ihr Mehrvereinsheim
Stücken – Im Juli bezeichnete ein Mitglied der Michendorfer Gemeindevertretung die Idee eines Mehrvereinsheims im alten Stückener Feuerwehrgerätehaus als „tot“. Jetzt die Kehrtwende: Die Gemeindevertretung hat dem neuen Modell zugestimmt.
Noch Mitte des Jahres verweigerte die Gemeindevertretung weiteres Geld für die Planung, die Kosten waren auf rund 800.000 Euro gestiegen. Doch die Stückener gaben nicht auf: Vereine machten mobil, boten Eigenleistungen an und suchten nach einer günstigeren Lösung. Bei einer offenen Sprechstunde zeigten zahlreiche Stückener demonstrativ Präsenz und machten deutlich, dass sie das politische Aus für ihr Vereinsheim nicht hinnehmen wollten.
Damit bekommt das alte Feuerwehrgerätehaus nach monatelangem Hin und Her doch wieder eine Zukunft als gemeinsames Zuhause für die Stückener Vereine.
Erst Ja, dann beinahe das Aus
Dabei hatte das Projekt schon einmal grünes Licht. Am 11. Mai beschloss die Gemeindevertretung einstimmig, am Umbau festzuhalten, und stellte 25.000 Euro für die Planung bereit.
Nur wenige Wochen später folgte die Vollbremsung. Am 6. Juli verweigerte die Gemeindevertretung zusätzliches Geld mit deutlicher Mehrheit: 15 Gemeindevertreter stimmten dagegen, zwei enthielten sich, nur einer stimmte dafür. Das Mehrvereinsheim war damit zunächst auf Eis gelegt.
Stücken wollte das Nein nicht akzeptieren
Doch in Stücken war die Angelegenheit damit nicht beendet. Vereine und Einwohner machten öffentlich Druck und zeigten bei der Sprechstunde Präsenz. Sie machten deutlich, dass sie weiterhin an dem Projekt festhalten wollen. Statt allein auf einen von der Gemeinde finanzierten Umbau zu setzen, rückten Eigenleistungen, Unterstützung durch örtliche Unternehmen und eine stärkere Verantwortung der Vereine in den Mittelpunkt.
Genau daraus ist nun ein grundsätzlich anderes Modell entstanden. Federführend soll künftig der Heimatverein Stücken sein. Er erhält das Gebäude über einen Nutzungsvertrag, während die Gemeinde Eigentümerin bleibt. Der symbolische Pachtzins beträgt einen Euro im Jahr. Die Bewirtschaftungskosten übernimmt – wie bei den anderen Gemeindezentren – weiterhin die Gemeinde. Planung, Umbau und Vergabe der Bauleistungen sollen dagegen wesentlich stärker durch den Verein organisiert werden.
Vom Feuerwehrhaus zum Mittelpunkt des Dorfes
Das Ziel bleibt: Aus dem alten Feuerwehrgerätehaus soll ein gemeinsames Zentrum für das Stückener Vereins- und Dorfleben entstehen.
Die ehemalige Fahrzeughalle soll als großer Versammlungs- und Veranstaltungsraum genutzt werden. Vorgesehen sind unter anderem Möglichkeiten für Musikproben, Sportangebote und Veranstaltungen sowie zusätzliche Lagerflächen. Auch der Ortsbeirat soll das Gebäude nutzen können.
Doch nach dem politischen Nein im Juli haben die Stückener erreicht, dass ihr Projekt nicht verschwindet. Sie protestierten gegen das faktische Aus, boten Eigenleistung an, entwickelten ein neues Modell mit und warben weiter für das Gebäude.





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