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Umfrage zum Nuthetalkonzept: Viel Lob und klare Erwartungen an den Ausbau

Michendorf - Der öffentliche Nahverkehr in der Region kommt bei vielen Bürgerinnen und Bürgern offenbar gut an.


Eine aktuelle Umfrage des Landkreises Potsdam-Mittelmark zeigt:

Das sogenannte „Nuthetalkonzept“ wird überwiegend positiv bewertet – gleichzeitig wächst der Druck, das Angebot weiter auszubauen.


Hohe Beteiligung, klares Stimmungsbild

Rund 1.000 Menschen beteiligten sich im vergangenen Herbst an der digitalen Befragung.

Damit liefert die Umfrage ein belastbares Stimmungsbild für die Region – auch mit Blick auf Michendorf.


Das zentrale Ergebnis: Die Mehrheit schätzt die neuen Verbindungen, die vor rund zwei Jahren mit finanzieller Unterstützung der Kommunen eingeführt wurden.


Ziel war es, den Nahverkehr attraktiver zu machen – insbesondere mit besseren Anbindungen an Bahnlinien, Potsdam und den Flughafen BER.


Gemeinden sichern Finanzierung

Auch für das Jahr 2026 ist das Angebot gesichert. Die Kommunen beteiligen sich weiterhin finanziell: Nuthetal stellt rund 50.000 Euro für die Linien 611 und 613 bereit, Michendorf und Schwielowsee unterstützen die Linie 613 jeweils mit etwa 20.000 Euro.


Der Landkreis betont, dass man gemeinsam Verantwortung für ein funktionierendes Verkehrsangebot übernehme.


Lob für Verbindungen – besonders im Alltag

Besonders positiv fällt die Bewertung der konkreten Nutzung aus. Gelobt wurden vor allem:

  • die verbesserte Verbindung zwischen südlichen Ortsteilen ohne Umweg über Potsdam

  • der deutlich erleichterte Schulverkehr Richtung Potsdam

  • die Pünktlichkeit und Sauberkeit der Busse

  • das Auftreten der Fahrerinnen und Fahrer


Gerade für Pendler und Schülerinnen und Schüler scheint sich das Angebot im Alltag bereits bewährt zu haben.


Klare Kritikpunkte: Takt und Wochenende

Trotz der positiven Grundstimmung zeigen die Rückmeldungen auch deutliche Schwachstellen.


Viele Befragte gaben an, das Auto weiterhin zu nutzen – vor allem wegen:

  • fehlender Verbindungen am Wochenende

  • des Zwei-Stunden-Takts auf der Linie 613


Hinzu kommen infrastrukturelle Probleme: Am Bahnhof Saarmund wurden unter anderem mangelnde Barrierefreiheit, schlechte Beleuchtung und fehlende Fahrradabstellmöglichkeiten kritisiert.


Ausbau wird geprüft – Entscheidung ab 2027

Landkreis und Kommunen wollen die Hinweise aufgreifen. Für die Zeit ab 2027 sollen mehrere Verbesserungen geprüft werden:

  • Wochenendbetrieb für die Linien 611 und 613

  • Verdichtung der Linie 613 auf einen Stundentakt

  • bessere Anschlüsse an Bahn- und Buslinien (u. a. RE7 und weitere Linien in der Region)

  • Einsatz kleinerer Fahrzeuge

  • zusätzliche Haltestellen entlang der Strecken


Gleichzeitig ist klar: Ein Ausbau wird zusätzliche Kosten verursachen. Eine Entscheidung über die langfristige Finanzierung soll nach einer weiteren Evaluationsphase fallen.


Mehr Sichtbarkeit geplant

Neben strukturellen Verbesserungen wollen Landkreis und Gemeinden auch das Marketing verstärken. Ziel ist es, das bestehende Angebot bekannter zu machen und mehr Menschen zum Umstieg auf Bus und Bahn zu bewegen.

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