Was sind Grund und Boden noch wert? Bodenrichtwerte 2026 sind da
- Gregory Gosciniak

- vor 1 Tag
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Teltow - Der Grundstücksmarkt im Landkreis Potsdam-Mittelmark zeigt aktuell ein gemischtes Bild. Während mancherorts die Bodenrichtwerte deutlich gestiegen sind, wurden die Werte in anderen Regionen spürbar nach unten korrigiert. Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte hat nun die Bodenrichtwerte zum Stichtag 1. Januar 2026 veröffentlicht. Grundlage sind die Grundstücksverkäufe des Jahres 2025.
Besonders hoch bleiben die Werte weiterhin im direkten Berliner Umland. In Kleinmachnow liegen die Bodenrichtwerte inzwischen zwischen 450 und 1.250 Euro pro Quadratmeter, in Stahnsdorf zwischen 400 und 700 Euro und in Teltow zwischen 280 und 700 Euro pro Quadratmeter. Auch Werder (Havel) bewegt sich mit 400 bis 600 Euro pro Quadratmeter weiterhin in einem hochpreisigen Segment.
Die Bodenrichtwerte bilden den durchschnittlichen Lagewert des Bodens innerhalb einer Richtwertzone ab und werden aus den tatsächlich registrierten Kaufpreisen unbebauter Grundstücke ermittelt.
Michendorf: Preise geben nach
Für Michendorf zeigen die aktuellen Auswertungen eine spürbare Bewegung nach unten. Der durchschnittliche Bodenrichtwert sank auf rund 304 Euro pro Quadratmeter. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Rückgang von etwa 15 Euro - also rund 4,7 Prozent.
Die Unterschiede innerhalb der Gemeinde bleiben allerdings deutlich. Je nach Lage reichen die Bodenrichtwerte von etwa 60 Euro pro Quadratmeter in einfacheren Bereichen bis zu rund 370 Euro pro Quadratmeter in besonders gefragten Wohnlagen.
Damit bleibt Michendorf trotz der leichten Korrektur weiterhin einer der teureren Wohnstandorte im Berliner Umland. Die gute Anbindung nach Potsdam und Berlin sowie die Lage an A10, B2 und Regionalbahn sorgen seit Jahren für eine stabile Nachfrage nach Bauland.
Ein Blick zurück zeigt jedoch, wie stark der Markt zuvor gewachsen war. Zwischen 2016 und 2021 stiegen die Bodenrichtwerte in Michendorf von etwa 250 auf rund 340 Euro pro Quadratmeter, was einem Plus von mehr als 30 Prozent innerhalb von fünf Jahren entspricht.
Die aktuellen Zahlen deuten nun darauf hin, dass der Grundstücksmarkt die Boomphase nun hinter sich lässt.
Gewinner und Verlierer im Landkreis
Die aktuellen Zahlen zeigen auch weiter deutliche Bewegungen innerhalb des Landkreises.
Besonders starke Anstiege gab es beispielsweise in Neuseddin, wo der Bodenrichtwert von 200 auf 270 Euro pro Quadratmeter gestiegen ist. Auch in Kunersdorf Försterei legte der Wert deutlich zu und stieg von 75 auf 130 Euro. Im Nuthetaler Ortsteil Fahlhorst verdoppelte sich der Richtwert sogar von 80 auf 160 Euro pro Quadratmeter.
Gleichzeitig wurden in anderen Orten die Werte deutlich gesenkt. In Caputh sank der Bodenrichtwert von 550 auf 500 Euro pro Quadratmeter, in Ferch von 400 auf 360 Euro und in Geltow von 500 auf 450 Euro.
Insgesamt wurden im Landkreis 46 Bodenrichtwerte angehoben, während 35 Richtwerte gesenkt wurden. Die Veränderungen reichen dabei von wenigen Euro bis zu 80 Euro pro Quadratmeter.
Auch im weiteren Metropolenraum gab es Anpassungen. In Götz und Krielow stiegen die Werte beispielsweise um 50 Euro pro Quadratmeter, während sie in Borkwalde oder Damsdorf von 180 auf 140 Euro zurückgingen.
Auch Ackerland und Wald bewertet
Neben Wohn- und Gewerbeflächen wurden auch Bodenrichtwerte für landwirtschaftliche Flächen ermittelt.
Im Berliner Umland liegen die Werte derzeit bei etwa 1,30 Euro pro Quadratmeter für Ackerland, bei 1,00 Euro für Grünland und bei rund 0,33 Euro pro Quadratmeter für Waldflächen ohne Aufwuchs.
Werte online abrufbar
Die neuen Bodenrichtwerte können kostenlos über das Bodenrichtwertportal "BORIS Brandenburg" eingesehen werden. Dort lassen sich Richtwertzonen für einzelne Orte und Straßenzüge anzeigen und als PDF abrufen.
Für Eigentümer, Bauinteressierte und Investoren bleiben die Bodenrichtwerte damit eine wichtige Orientierung, auch wenn der tatsächliche Grundstückspreis am Ende immer individuell zwischen Käufer und Verkäufer ausgehandelt wird.
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