Wirtschaftsempfang im Rosengut: Michendorfer Betriebe kommen zusammen
- Gregory Gosciniak

- vor 10 Stunden
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Langerwisch – Es war warm, es war locker, es war gut besucht: Beim diesjährigen Wirtschaftsempfang im Café Gartenglück im Rosengut Langerwisch kamen am 25. Juni zahlreiche Michendorfer Unternehmerinnen und Unternehmer, Vertreter aus Verwaltung, Ehrenamt und kommunalem Leben zusammen. Der Abend stand unter dem Motto „#HalloNetzwerk – Gemeinsam für Michendorf“.
Im Mittelpunkt stand nicht die große Bühne, sondern das direkte Gespräch: Kontakte knüpfen, Bedarfe sichtbar machen, Ideen austauschen und Akteure zusammenbringen, die im Alltag oft an ähnlichen Fragen arbeiten, aber nicht immer voneinander wissen.
Sommergarten statt steifer Empfang
Schon der Rahmen machte deutlich: Dieser Wirtschaftsempfang war kein steifer Pflichttermin.
Im Rosengut herrschte eine entspannte Sommergarten-Atmosphäre. Es gab Buffet und Getränke, viele Gespräche an den Tischen und zwischen den Programmpunkten. Auch das Team der Michendorfer Rundschau war vor Ort und kam mit zahlreichen Gästen ins Gespräch.
Das Interesse an lokaler Berichterstattung, Sichtbarkeit für Unternehmen und der Arbeit der MIR war groß.

Gastgeberin Kati Bräutigam, Geschäftsführerin der Rosengut Langerwisch GmbH & Co. KG und Vorsitzende des Freien Unternehmernetzwerks, sprach von einer „lieb gewonnenen Tradition“. Das Wetter habe in diesem Jahr besonders zur oft genannten Sommergarten-Atmosphäre beigetragen. Bei der Begrüßung sei schnell klar gewesen: Bei dieser Hitze werde der Abend ganz entspannt angegangen.
Genau das sei der Kern dieses Empfangs: miteinander sprechen, Erfahrungen teilen, Ideen entwickeln und Vertrautheit aufbauen. Als Unternehmerin in Michendorf schätze sie besonders, dass man in Verwaltung und Unternehmen auf nahbare Menschen treffe. Man könne mit einem Problem anrufen und wisse, dass es ernst genommen werde. In Michendorf sei da „wirklich etwas Schönes aufgebaut“ worden, das mit dem Wirtschaftsempfang gewürdigt und gepflegt werde.
Netzwerken statt nur Programm
Nach der Begrüßung gab es zunächst einen kurzen Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung vor Ort. Dabei wurde deutlich: Michendorf ist kein klassischer Industriestandort, sondern lebt stark von kleinen und mittleren Betrieben, Selbstständigen, lokalen Dienstleistern, Gastronomie, Handwerk, Vereinen und engagierten Initiativen.
Gerade deshalb ist Netzwerkarbeit hier mehr als ein schönes Schlagwort. Wer vor Ort wirtschaftet, braucht oft kurze Wege, verlässliche Kontakte und Menschen, die wissen, wen man bei einem konkreten Problem ansprechen kann. Der Empfang zeigte: Viele dieser Verbindungen entstehen nicht am Schreibtisch, sondern im persönlichen Gespräch.
Von Pflege bis Klima: Initiativen stellen sich vor
Anschließend kamen mehrere Initiativen aus der Gemeinde in einer Gesprächsrunde zu Wort, darunter das Pflegenetzwerk, die Familieninitiative und die Klimainitiative. Damit wurde der Abend breiter als ein klassisches Unternehmertreffen.
Es ging nicht nur um Gewerbe, Aufträge und Kontakte, sondern auch um die Frage, wie Wirtschaft, Ehrenamt, soziale Projekte und kommunale Strukturen besser ineinandergreifen können. Gerade diese Mischung machte den Empfang interessant.
Denn viele Herausforderungen vor Ort betreffen mehrere Bereiche gleichzeitig: Fachkräfte, Vereinbarkeit, soziale Unterstützung, Klimafragen, Räume, Dienstleistungen, Kommunikation.
Wer hier nur in Zuständigkeiten denkt, kommt selten weit. Wer miteinander spricht, findet schneller Lösungen.

„Omas Kalter Hund“ als Arbeitsmarktprojekt
Besondere Aufmerksamkeit erhielt das Projekt „Omas Kalter Hund – Handmade in Brandenburg“. Nikolaus Reiners vom Projekt OKH erklärte, man habe sich sehr gefreut, das vom Land Brandenburg mit ESF-Mitteln geförderte Modellprojekt vorstellen zu können.
Hinter dem Namen steckt deutlich mehr als ein nostalgischer Schichtkuchen. OKH will Frauen über 60 Jahre neue Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt eröffnen. Zugleich greift das Projekt auf Tradition, Erinnerungen und gemeinsames Wissen zurück. Der klassische Kalte Hund wird dabei neu interpretiert und als niedrigschwelliger Zugang genutzt.
Laut Projektbeschreibung sollen arbeitswillige und arbeitsfähige Frauen Ü60 angesprochen, aktiviert und auf dem Weg in Beschäftigung oder Selbstständigkeit unterstützt werden. Außerdem soll das Modell sozialer Isolation und Altersarmut entgegenwirken.
Reiners erklärte gegenüber der MIR, beim Wirtschaftsempfang sei weiteres Interesse geweckt worden – sowohl an der Vernetzung mit Unternehmen als auch an einer aktiven Teilnahme von Frauen aus der Zielgruppe. Gerade lokale Unternehmen spielen bei einem solchen Ansatz eine wichtige Rolle: Ohne Betriebe, die offen für neue Wege sind, bleibt Arbeitsmarktintegration ein Konzept auf dem Papier. Auch die Michendorfer Rundschau zeigte sich offen für eine weitere Zusammenarbeit.
Suchen, bieten, zusammenbringen
Praktisch wurde es beim „Ich suche / Ich biete“-Board. Auf der großen Pinnwand sammelten sich im Laufe des Abends zahlreiche Zettel, Flyer und Visitenkarten. Gesucht wurden etwa Büro- und Lagerflächen, Unterstützer für Veranstaltungen, Reichweite, Sichtbarkeit, Autoren, Werbepartner oder konkrete handwerkliche Leistungen. Angeboten wurden dagegen eigene Leistungen, Kapazitäten, Räume, Beratung oder Kooperationen.
Gerade diese Pinnwand machte sichtbar, worum es beim Wirtschaftsempfang tatsächlich ging: nicht um Sonntagsreden, sondern um konkrete Verbindungen. Wer etwas braucht, sollte jemanden finden, der helfen kann. Wer etwas anzubieten hat, sollte in der Gemeinde gesehen werden.
Das klingt simpel, kann aber genau der richtige Ansatz sein. Denn lokale Netzwerke funktionieren oft nicht über große Programme, sondern über konkrete Bedarfe: Jemand braucht Platz. Jemand anderes hat Platz. Ein Betrieb sucht Unterstützung. Ein anderer kann helfen.
Eine Initiative braucht Reichweite. Ein lokales Medium, ein Verein oder ein Unternehmen kann sie herstellen.
Der Wirtschaftsempfang zeigte damit: Wirtschaftsförderung muss nicht immer abstrakt sein. Manchmal beginnt sie mit einem Gespräch, einer Visitenkarte oder einem Zettel an einer Pinnwand.
Viel Gesprächsstoff für Michendorf
Am Ende blieb der Eindruck eines Abends, der weniger durch große Ankündigungen als durch Begegnungen lebte. Viele Unternehmer waren vor Ort, dazu einige Vertreter aus Politik und kommunalen Ämtern. Die Atmosphäre war offen, die Gespräche zahlreich, das Interesse an Austausch spürbar.
Für Michendorf ist das nicht unwichtig. Die Gemeinde lebt nicht nur von Wohngebieten, Pendlern und Verwaltungsvorgängen. Sie lebt auch von Betrieben, Selbstständigen, Vereinen, Ehrenamtlichen und sozialen Projekten, die vor Ort Verantwortung übernehmen. Wenn diese Akteure einander kennen, wird aus Nebeneinander eher Miteinander.
Der Wirtschaftsempfang im Rosengut hat dafür einen weiteren Baustein geliefert. Nicht laut, nicht überinszeniert – aber mit vielen Gesprächen, die im besten Fall nachwirken.




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