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Bericht aus dem Rathaus: Lesestoff für Gemeindevertreter und Bürger

Michendorf - Wenn die Gemeindevertretung heute Abend zusammenkommt, steht ein umfangreicher Bericht der Verwaltung auf der Tagesordnung. In der öffentlichen Sitzung am 02.03.2026 legt die Verwaltung eine aktuellen Sachstand vor. Das Papier ist weniger „Neuigkeiten-Ticker“ als vielmehr eine verdichtete Zwischenbilanz dessen, was in den vergangenen Wochen und Monaten in den Fachbereichen gelaufen ist – und welche politischen und organisatorischen Entscheidungen 2026 anstehen.


Wir greifen den Bericht, der unserer Redaktion vorliegt, vorab auf. Viele der dort beschriebenen Entwicklungen betreffen jedoch unmittelbar den Alltag der Bürgerinnen und Bürger.


Wirtschaft & Standortpolitik: Seddiner See bleibt ein „Riese mit Handbremse“

Beim immer wieder diskutierten Industriegebiet Seddiner See fällt die grundsätzliche Bewertung aus dem Rathaus weiterhin positiv aus. Eine planungsrechtlich gesicherte und infrastrukturell gut angebundene Gewerbefläche in der diskutierten Größenordnung würde – so die Einschätzung von Landesseite – zu den attraktivsten Gewerbegebieten zählen.


Die Bremse bleibt jedoch dieselbe: die Wasserversorgung. Das Thema gilt derzeit als Hemmnis und hängt maßgeblich von berlin-brandenburgischen Abstimmungen zur künftigen Versorgung der Hauptstadtregion ab. Konkrete nächste Schritte seien aktuell nicht angezeigt. Eine erneute Bewertung und mögliche Gespräche sind für die zweite Jahreshälfte 2026 vorgesehen.


Fördermittel: 5,0 Millionen Euro – und die Frage der Prioritäten

Ein zentraler Punkt des Berichts ist das Sondervermögen „Zukunftspaket Brandenburg“. Der Gemeinde Michendorf sollen 5.023.794 Euro zur Verfügung stehen. Der Antrag sei gestellt, die Mittel sollen über die Investitionsbank des Landes Brandenburg ausgereicht werden.


Dieses Paket ist Teil einer landesweiten Investitionsoffensive und zweckgebunden für kommunale Infrastruktur und Zukunftsprojekte einsetzbar. Die politische Kernfrage lautet nun: Wofür genau sollen die Mittel verwendet werden? Schul- und Sportinfrastruktur, Verkehr, Klimaanpassung oder andere Investitionen – die Prioritätensetzung dürfte in den kommenden Monaten eine zentrale Rolle spielen. Fünf Millionen Euro sind ein erheblicher Betrag, reichen jedoch nicht aus, um sämtliche Investitionswünsche gleichzeitig zu erfüllen.


Flankierend dazu stehen weitere Förderthemen im Raum. So wurde ein Antrag für den barrierefreien und klimafreundlichen Ausbau von 29 Bushaltestellen gestellt, die mit Gründächern ausgestattet werden sollen. Für den Gehweg an der Zauchwitzer Straße in Stücken wurde nach erster Kostenschätzung ebenfalls ein Förderantrag eingereicht.


In Wilhelmshorst ist eine neue Sirene Bestandteil der „Sirenenförderung 2.0“. Vor allem in den Ortsteilen Wildenbruch und Michendorf sorgte der Einbau neuer Sirenen in den letzten Monaten für Unmut - dies geht jedoch aus dem Bericht nicht hervor.


Zukunft der Post - unsicher

Ein Thema mit unmittelbarer Bürgerrelevanz ist die Postversorgung. Nach Angaben des Berichts hat die Deutsche Post im Gespräch grundsätzlich bekräftigt, weiterhin zwei Filialen in der Gemeinde – in Michendorf und Wilhelmshorst – unterstützen zu wollen.


Konkret gestaltet sich die Lage jedoch unterschiedlich. In Wilhelmshorst ist ein Vertragsverhältnis ausgelaufen, sodass derzeit sowohl nach geeigneten Räumlichkeiten als auch nach einem Betreiber gesucht wird. Laut Bericht sei der Post nicht bekannt gewesen, dass die Schließung bereits Ende 2025 erfolgt sei. Nun arbeiten Gemeinde und Post an einer Lösung, um die Versorgung im Ortsteil wieder verlässlich sicherzustellen.


Für den Ortsteil Michendorf liegt aktuell keine Kündigung vor, es gebe jedoch ein nicht weiter benanntes Angebote zur Fortführung der Dienstleistungen ab 2027.


Bauen & Infrastruktur: Zwischen Grundsatzplanung und konkreter Baustelle

Der Baubereich zeigt ein zweigeteiltes Bild: Einerseits laufen strategische Planungsverfahren, andererseits stehen konkrete Bauprojekte in Umsetzung oder Vorbereitung.


Im Bereich der Bauleitplanung ist Bewegung spürbar. Beim Bebauungsplan Grenzstraße ist die Beteiligung abgeschlossen; eingegangene Stellungnahmen werden derzeit ausgewertet und in die Erarbeitung des nächsten Entwurfs einbezogen. Das Verfahren „In der Lehnmarke“ im Ortsteil Wildenbruch wurde aufgrund fehlender Voraussetzungen und überwiegend negativer Rückmeldungen eingestellt.


Besonders intensiv diskutiert wurde die Fortschreibung des Flächennutzungsplans. Rund 160 Stellungnahmen gingen im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung ein. In sozialen Netzwerken entwickelte sich eine emotional geführte Debatte. Auf Vorwürfe antwortete die Gemeinde mit einer Gegendarstellung. Laut Bericht läuft die fachliche Auswertung, politische Richtungsentscheidungen stehen erst im weiteren Verfahren an.


Parallel dazu verzögert sich der Bebauungsplan „Südliche Potsdamer Straße“ im Ortsteil Michendorf aufgrund noch offener Grundstücksfragen.


Projekte im Alltag: Schule, Straße, Sport

Neben den Planwerken werden zahlreiche Projekte konkret umgesetzt oder vorbereitet.

Die Sport- und Spielanlage „An der Umgehungsbahn“ im Ortsteil Langerwisch steht vor dem ersten Bauabschnitt, der für März 2026 vorgesehen ist. Eine Informationsveranstaltung fand am 24.02.2026 statt, Baumfällungen sind als vorbereitende Maßnahme benannt.


Am Grundschulcampus Michendorf läuft nach einem Wasserschaden in der Mensa die Trocknung; der Wiederaufbau soll im März beginnen. Für die Potsdamer Straße wird nach technischen Prüfungen und Gutachten ein Vollausbau empfohlen, da ein Hocheinbau nur begrenzt möglich und risikobehaftet wäre.


In Stücken wurde die Gehwegplanung an der Zauchwitzer Straße samt Kosten vorgestellt. Die Verwaltung betont, nicht gegen den erklärten Willen der Anwohner handeln zu wollen. Nach Auswertung der Rückmeldungen sollen Ausschreibung und weitere Schritte vorbereitet werden. Als Ziel werden Baustart 2026 und Fertigstellung 2027 genannt.


Die Sporthalle in Wilhelmshorst wurde zunächst ausgeschrieben, dann jedoch aufgrund einer möglichen zusätzlichen Förderchance gestoppt. Eine Rückmeldung wird bis April 2026 erwartet. Für die Renaturierung des Irissees ist eine Informationsveranstaltung im März geplant; der Baubeginn ist für 2027 vorgesehen.


Auch kleinere Projekte laufen: Der neue Kleinkind-Spielplatz im Hasenweg soll – witterungsabhängig – Ende April 2026 eröffnet werden. Der Fahrradparcours im Bereich Hasenweg/Igelweg wird derzeit aufgebaut.


Ordnung & Sicherheit: Maerker neu aufgesetzt

Das Bürgerportal Maerker wurde nach umfassender technischer Überarbeitung am 26.02.2026 neu gestartet. Neben einem neuen Design stehen auch aktualisierte Apps für iOS und Android zur Verfügung. Zudem ist der Frühjahrsputz terminiert: am 21.03.2026 in den meisten Ortsteilen, in Fresdorf am 29.03.2026.


Schulen & Kitas: Wachstum wird konkret

Die demografische Entwicklung zeigt sich besonders deutlich bei den Einschulungen. Für das Schuljahr 2026/2027 werden in der Grundschule Michendorf voraussichtlich drei bis vier erste Klassen gebildet, in Wildenbruch zwei und in der Grund- und Oberschule Wilhelmshorst ebenfalls zwei.


An der Grund- und Oberschule Wilhelmshorst wurde ein IT-Lasttest begleitet. Die Infrastruktur gilt als grundsätzlich leistungsfähig; aufgetretene Probleme standen überwiegend im Zusammenhang mit externen Dienstanbietern oder Update-Prozessen.


In den Kitas wird die Schließzeitenplanung 2027–2030 vorbereitet. Hintergrund seien gestiegene tarifliche Urlaubs- und Regenerationstage des pädagogischen Personals bei unveränderten gesetzlichen Personalvorgaben. Ziel sei eine transparente Abstimmung mit Leitungen und Elternvertretungen.


Parallel dazu läuft ein EU-weites Vergabeverfahren zur Neuvergabe der Essenversorgung in den kommunalen Kitas und Schulen. Mehrere Unternehmen haben Interesse bekundet; die Angebotsphase sei terminiert.


Der Verwaltungsbericht beschreibt die Vergangenheit – und markiert zugleich die Themen, die Michendorf 2026 kommunalpolitisch prägen werden. Wachstum, Infrastruktur, Versorgung und Prioritätensetzung stehen im Mittelpunkt. Die Gemeindevertretung wird heute informiert - Diskussionen und Entscheidungen folgen.

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