Dorfteich ist wieder da – doch Baden bleibt verboten
- Oliver Bettermann

- vor 1 Tag
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Michendorf - Wasser mitten im Ort, grüne Ufer und eine Fläche, die schon aus der Ferne beinahe wie ein kleiner Badesee wirkt: Der Dorfteich im Ortsteil Michendorf ist nach umfangreichen Arbeiten wieder gefüllt. Darauf hat die Gemeinde Michendorf in einem Beitrag auf ihrer Facebook-Seite hingewiesen. Wer angesichts sommerlicher Temperaturen bereits an eine Abkühlung denkt, wird von der Gemeinde jedoch ausdrücklich gewarnt: Der Teich ist kein Badegewässer, sondern ein geschützter Lebensraum für Pflanzen und Tiere.
Die Wiedervernässung des derzeit noch abgesperrten Dorfteichs stehe nach mehreren Verzögerungen kurz vor dem Abschluss, teilte die Gemeinde über ihre sozialen Netzwerke mit.
Durch eine Planänderung und die anschließende Abstimmung mit den zuständigen Behörden habe sich die Umsetzung zwar verzögert. Gleichzeitig sei dadurch jedoch ermöglicht worden, den Teich in diesem Jahr wieder nahezu in seiner ursprünglichen Größe anzulegen.
Niedriger Grundwasserstand half beim Bau
Ausgerechnet der in diesem Jahr besonders niedrige Grundwasserstand habe die Arbeiten erleichtert. Dadurch seien die baulichen Voraussetzungen geschaffen worden, um die gesamte vorgesehene Teichfläche herzurichten.
Bis Ende Oktober soll der bestehende Bauzaun weiterhin stehen bleiben. Pflanzen und Gräser benötigen nach Angaben der Gemeinde Zeit, um anzuwachsen und die neu gestalteten Uferbereiche zu stabilisieren.
Ein Betreten oder Baden könne diese Entwicklung gefährden. Durch Menschen im Wasser würden die baulich geschaffenen Voraussetzungen für die Wiedervernässung im Boden beschädigt. Zudem könnten Tiere und Pflanzen gestört werden.
Kein neuer Badesee für Michendorf
Auch wenn der gefüllte Dorfteich gerade an heißen Tagen einladend wirkt, soll er ausdrücklich nicht als zusätzliche Badestelle dienen. Die Maßnahme verfolgt vor allem ökologische Ziele.
Die Planungen gehen weit zurück. Erste Bemühungen zur Renaturierung habe es bereits im Jahr 2003 gegeben. Im Zuge des Ausbaus der Autobahn A10 sei die Fläche 2011 als Ausgleichsmaßnahme festgelegt worden. Seit 2013 seien die Planungen Bestandteil des Planfeststellungsverfahrens.
Im September 2021 habe die Gemeinde, die für die Umsetzung der durch die DEGES finanzierten Maßnahme verantwortlich sei, erste Abstimmungen geführt und mit den konkreten Planungen begonnen.
Hintergrund seien unter anderem die stark gesunkenen Grundwasserstände der vergangenen Jahre. Dadurch seien zahlreiche kleine Gewässer in der Umgebung verschwunden oder zeitweise trockengefallen. Der wiederhergestellte Dorfteich soll deshalb dazu beitragen, Feuchtflächen und Gewässerbiotope zu erhalten oder neu zu entwickeln.
Bürger wünschen Rundweg und Sitzbänke
Unter dem Facebook-Beitrag der Gemeinde wurde die Wiederherstellung des Dorfteichs überwiegend positiv aufgenommen. „Es sieht schon richtig toll aus“, schrieb eine Nutzerin.
Andere wünschen sich zusätzliche Aufenthaltsmöglichkeiten. So wurde angeregt, an den wiederhergestellten Teichen einen Rundweg aus Schotter, Sitzbänke und Mülleimer anzulegen. Ob solche Ergänzungen mit dem Charakter der Fläche als Biotop vereinbar wären oder bereits vorgesehen sind, geht aus der Mitteilung der Gemeinde nicht hervor.
Ein Nutzer hob in den Kommentaren die ökologische Bedeutung renaturierter Gewässer hervor. Sie könnten neue Lebensräume schaffen, die Artenvielfalt stärken, Wasser länger in der Landschaft halten und das Mikroklima verbessern.
Kritik an Belastungen anderer Seen
Daneben wurde auch Kritik laut. Ein Nutzer verwies darauf, dass an anderen Seen Schilfgürtel, Uferbereiche und Natur durch große Besucherzahlen und hinterlassenen Müll belastet würden.
Er stellte die Frage, weshalb beim Dorfteich ausdrücklich vor Störungen gewarnt werde, während Schäden an anderen Gewässern aus seiner Sicht nicht ausreichend verhindert würden.
Die Diskussion zeigt: Der neue alte Dorfteich wird nicht nur als ökologisches Projekt wahrgenommen. Viele Bürger sehen in ihm zugleich einen attraktiven Ort mitten in Michendorf. Vorerst gilt jedoch eine klare Grenze: Anschauen ja, Baden nein.




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