„Was mir Mut macht, ist die große Bereitschaft, vor Ort zu investieren." - MIR-Sommerinterview mit Melanie Balzer MdL (SPD)
- Gregory Gosciniak

- vor 2 Tagen
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Michendorf – Im Rahmen der traditionellen Sommerinterviews der Michendorfer Rundschau beantwortet die direkt gewählte Landtagsabgeordnete Melanie Balzer (SPD) sechs Fragen zu ihrem Wahlkreis, den aktuellen Herausforderungen und ihrer persönlichen Verbindung zu Michendorf.
Balzer vertritt im Landtag Brandenburg unter anderem die Gemeinde Michendorf. Ihr Wahlkreis reicht von Wiesenburg bis Schwielowsee und umfasst damit einen großen Teil des Landkreises Potsdam-Mittelmark. „Ich nenne meinen Wahlkreis gerne das kleine Brandenburg“, sagt sie.
Viel Wald, viele Felder, zahlreiche Seen, aber auch Orte mit eher städtischer Struktur gehörten dazu. Sie sei stolz darauf, die Menschen dieser vielfältigen Region im Landtag vertreten zu dürfen.
Was beschäftigt die Menschen in Ihrem Wahlkreis aus Ihrer Sicht aktuell am meisten?
„Ich glaube, die größte gemeinsame Herausforderung aller Kommunen ist derzeit ihre finanzielle Lage. Überall stellt sich die Frage, wie man mit den vorhandenen Haushaltsmitteln verantwortungsvoll wirtschaften kann.
Ich freue mich deshalb sehr, dass die Kommunen vom Sondervermögen des Bundes profitieren können. Ich war selbst an der Erarbeitung des entsprechenden Landesgesetzes beteiligt und konnte dabei meine kommunale Erfahrung einbringen.
Mir war besonders wichtig, dass die Entscheidungen nicht am grünen Tisch in Potsdam getroffen werden, sondern dass die Kommunen selbst darüber entscheiden können, wofür sie das Geld einsetzen. Ich halte es für den richtigen Weg, den Städten und Gemeinden diese Verantwortung zu übertragen. Ich hoffe, dass die kommunalen Vertreterinnen und Vertreter das auch so wahrnehmen."
Wo läuft es in Ihrem Wahlkreis derzeit besonders gut – und wo muss noch nachgebessert werden?
„Was mir Mut macht, ist die große Bereitschaft, vor Ort zu investieren. Es entstehen neue Feuerwehrgerätehäuser – unter anderem auch in Stücken –, es wird in Schulen investiert und viele Kommunen arbeiten daran, ihre Infrastruktur weiterzuentwickeln.
Das zeigt, dass überall der Wille vorhanden ist, die Lebensqualität zu verbessern.
Gleichzeitig bleibt die finanzielle Situation eine große Herausforderung. Viele wichtige Projekte können deshalb nicht so schnell umgesetzt werden, wie sich das die Verantwortlichen wünschen würden. Das nehme ich sehr ernst und versuche diese kommunale Perspektive auch bei den Beratungen zum Landeshaushalt 2027/2028 stets mitzudenken."
Welche Entscheidung würden Sie für Ihren Wahlkreis sofort treffen, wenn Geld und Bürokratie keine Rolle spielen würden?
„Das ist wirklich eine schöne Frage.
Wenn Geld überhaupt keine Rolle spielen würde und bürokratische Hürden wegfielen, dann würde ich alles, was Kinder betrifft, kostenfrei machen.
Als Mutter von vier Kindern begleitet mich dieses Thema schon viele Jahre. Ich würde die Krippe und die Kita vollständig beitragsfrei machen. Auch in der Schule entstehen trotz kostenfreiem Unterricht viele Ausgaben – etwa für das Mittagessen, für Schulmaterialien oder Klassenfahrten.
Sollte Brandenburg irgendwann finanziell so gut aufgestellt sein, wäre das mein erster Vorschlag."
Was darf Ihr Wahlkreis in den kommenden Jahren auf keinen Fall verlieren?
„Wir dürfen auf keinen Fall den Mut verlieren.
Wir sehen aktuell Veränderungen bei den Kinderzahlen, die viele Menschen vielleicht in diesem Ausmaß nicht erwartet haben. Diese Entwicklung wirkt sich auf Schulen, Kitas und viele weitere Bereiche aus.
Deshalb wünsche ich mir, dass wir weiterhin Menschen für unsere Region gewinnen können. Ich glaube, Michendorf muss sich dabei etwas weniger Sorgen machen als manche ländlicheren Gemeinden im Landkreis.
Vor allem wünsche ich mir aber, dass wir den Zusammenhalt bewahren. Dass wir miteinander reden, gemeinsam handeln, uns nicht spalten lassen und weiterhin mutig neue Projekte anpacken."
Welcher Ort oder welcher Moment steht für Sie persönlich für „Sommer in Michendorf“?
„Ich muss zugeben, dass ich bisher noch gar nicht an einer Badestelle in Michendorf gewesen bin – obwohl ich genau weiß, wo sie liegen.
Wenn ich von Potsdam nach Hause fahre und an den Seen vorbeikomme, denke ich mir an warmen Tagen jedes Mal: Dort musst du endlich einmal anhalten.
Ich finde es wunderschön, dass man hier so schnell mitten in der Natur und am Wasser ist.
Das möchte ich mir in diesem Sommer endlich einmal gönnen."
Und zum Schluss ganz klassisch: Meer, Berge, Brandenburg oder Balkonien?
„Ganz klar: Brandenburg.
Ich bin eine große Brandenburg-Liebhaberin und verbringe meinen Urlaub sehr gern in den verschiedenen Regionen unseres Bundeslandes.
Allerdings entscheide ich das nicht alleine. Zu meiner Familie gehören noch fünf weitere Menschen – und deshalb geht es dann am Ende doch häufiger ans Meer."




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