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Mehr Kunden, weniger Chaos: Michendorfer setzt auf KI und Online-Marketing

Michendorf – Neue Kunden finden, Mitarbeiter gewinnen, Anfragen sortieren und nebenbei noch verstehen, was Künstliche Intelligenz für den eigenen Betrieb bringen könnte: Gerade kleinere Unternehmen stehen bei der Digitalisierung schnell vor einem Berg von Möglichkeiten.

David Nourrisson aus Michendorf will genau dort ansetzen – und aus einzelnen digitalen Werkzeugen funktionierende Abläufe machen.


Seit knapp zehn Jahren beschäftigt sich Nourrisson nach eigenen Angaben mit Online-Marketing, Daten und digitalen Geschäftsmodellen. Mehr als 50 Kundenprojekte habe er in dieser Zeit begleitet und Werbebudgets in Millionenhöhe verwaltet. Inzwischen lebt er mit seiner Familie in Michendorf. Seine Frau und deren Familie sind bereits seit mehreren Generationen in der Region verwurzelt.


Foto: David Nourisson
Foto: David Nourisson

„Am Ende möchte ein Unternehmer mehr Kunden“

Mit Marketing-Fachbegriffen kann Nourrisson dabei wenig anfangen – zumindest dann, wenn sie den eigentlichen Zweck aus dem Blick verlieren. „Am Ende möchte ein Unternehmer ja nicht wissen, wie irgendein Marketingbegriff heißt.


Er möchte mehr Kunden, gute Mitarbeiter oder einfach weniger Chaos bei seinen Anfragen haben“, sagt er. Seine Aufgabe sei es herauszufinden, wie sich genau das erreichen lasse.

Dabei gehe es längst nicht nur darum, Anzeigen bei Facebook oder Instagram zu schalten. Nourrisson beschreibt seine Arbeit vielmehr als Aufbau kompletter digitaler Systeme: Eine neue Website könne dabei nur der Anfang sein.


Dahinter könnten Anfragen zentral gesammelt, automatische E-Mails verschickt und Abläufe so organisiert werden, dass jederzeit nachvollziehbar bleibe, welcher Interessent bereits kontaktiert wurde und wo noch etwas zu tun ist.


Werbung allein löst das Problem nicht

Sein Vergleich dafür ist bewusst bodenständig: „Ich vergleiche das gerne mit einem Handwerker. Der kommt ja auch nicht vorbei, legt ein paar Bretter in den Raum und sagt: Jetzt mach mal etwas daraus.“


Auch digitale Lösungen müssten am Ende fertig aufgebaut sein und funktionieren. „Nur dass ich wahrscheinlich etwas weniger Muskelkater davon bekomme“, ergänzt Nourrisson.

Ein Schwerpunkt seiner Arbeit seien sogenannte Meta Ads – bezahlte Anzeigen auf Facebook und Instagram. Damit könnten Unternehmen gezielt Menschen beispielsweise in Michendorf, Potsdam oder in einem bestimmten Umkreis erreichen.


Doch Reichweite allein reiche nicht aus.

„Die Werbung ist am Ende nur der Eingang. Wenn dahinter Chaos herrscht und niemand weiß, was mit einer Anfrage passiert, bringt es wenig, einfach immer mehr Menschen durch die Tür zu schicken.“


Alte Kunden können ein unterschätzter Schatz sein

Bevor Geld in neue Werbung fließt, lohne sich nach Nourrissons Erfahrung häufig ein Blick auf das, was bereits vorhanden ist. Viele Betriebe hätten über Jahre Kontakte zu früheren Kunden und Interessenten gesammelt – verteilt auf E-Mail-Postfächer, Tabellen oder andere Ablagen.


Statt diese Kontakte zu vergessen, könnten Unternehmen frühere Kunden erneut ansprechen.

„Man muss daraus keine große Verkaufsaktion machen“, sagt Nourrisson. Man könne schlicht fragen, ob aktuell wieder Unterstützung gebraucht werde oder ob jemand im Bekanntenkreis Interesse an den Leistungen des Unternehmens habe.


KI soll Arbeit abnehmen – nicht komplizierter machen

Auch Künstliche Intelligenz gehört inzwischen zu Nourrissons Arbeitsalltag. Entscheidend sei aus seiner Sicht jedoch nicht, jedem neuen Trend hinterherzulaufen.

„Viele hören KI und denken erst einmal: Damit kenne ich mich nicht aus. Müssen sie auch nicht.“


Ein Unternehmer müsse nicht jedes Programm beherrschen. Entscheidend sei vielmehr, einschätzen zu können, welche Technik dem eigenen Betrieb tatsächlich einen Vorteil bringe.

KI könne beispielsweise Abläufe automatisieren, Kosten reduzieren oder Aufgaben übernehmen, die für kleinere Unternehmen vor wenigen Jahren noch zu aufwendig gewesen seien.


Auch die Mitarbeitersuche läuft heute digital

Das gleiche Prinzip gelte nicht nur bei neuen Kunden. Gerade Handwerksbetriebe und regionale Unternehmen stünden häufig vor der Frage, wie sie neue Mitarbeiter erreichen können.

Auch offene Stellen könnten über Facebook und Instagram gezielt Menschen aus der Region gezeigt werden.


Die Bewerbung solle anschließend möglichst unkompliziert funktionieren.

Bei der Frage nach den Kosten empfiehlt Nourrisson deshalb, nicht nur auf den Preis einer Marketing- oder Digitalisierungslösung zu schauen.


Was koste eine Stelle, die ein halbes Jahr unbesetzt bleibt? Was bedeute es wirtschaftlich, wenn vorhandene Mitarbeiter dauerhaft zusätzlich belastet werden? Und was koste ungenutzte Kapazität, wenn ein Betrieb eigentlich weitere Aufträge bearbeiten könnte?

„Man sollte immer die Opportunitätskosten im Blick haben. Danach kann man entscheiden, ob sich eine Lösung lohnt.“


„Das hat doch früher auch funktioniert“

Dass Unternehmer skeptisch auf neue Technik reagieren, kann Nourrisson nachvollziehen. Viele Betriebe hätten schließlich Jahrzehnte erfolgreich gearbeitet, bevor soziale Netzwerke, KI oder digitale Kundensysteme überhaupt eine Rolle spielten.


Doch Kunden und Arbeitnehmer veränderten ihr Verhalten. Sie suchten anders nach Handwerkern, informierten sich anders über Firmen und gingen auch bei der Jobsuche neue Wege.


„Wenn etwas seit 20 Jahren funktioniert, muss man es nicht morgen über Bord werfen“, sagt Nourrisson. „Aber man darf sich schon fragen, ob es heute vielleicht noch ein bisschen besser geht.“


Für ihn bleiben Website, Automatisierung, KI, Facebook und Instagram deshalb vor allem eines: Werkzeuge. Entscheidend sei nicht, möglichst viele davon einzusetzen, sondern die richtigen auszuwählen und daraus einen Ablauf zu bauen, der einem Unternehmen tatsächlich Arbeit abnehme oder zusätzliches Geschäft bringe.


Weitere Informationen zu seiner Arbeit veröffentlicht Nourrisson auf https://www.david-nourrisson.de. Unternehmen aus Michendorf und der näheren Umgebung bietet er nach eigenen Angaben besondere Konditionen an.

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