Michendorfer Post schließt – statt zwei bald keine Postfiliale mehr?
Michendorf/Wilhelmshorst - Die Postfiliale an der Potsdamer Straße 37 schließt zum Jahresende. Ein Paketshop könnte übernehmen, doch der konkrete Wechsel ist noch nicht offiziell bestätigt. In Wilhelmshorst bleibt eine neue Filiale weiter offen – obwohl die Ersatzsuche spätestens seit November 2025 öffentlich bekannt war.
Für die Kunden der Michendorfer Post endet zum Jahreswechsel ein vertrauter Alltag: Veronika Schröter geht in den Ruhestand und schließt ihre Filiale an der Potsdamer Straße 37.
Das berichtet die Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ). Ein Postangebot soll es im Ortsteil auch danach geben. Wo und in welchem Umfang, ist bislang jedoch nicht verbindlich öffentlich bestätigt.
Paketshop könnte übernehmen
Als möglicher Nachfolger wird der Paketshop an der Potsdamer Straße 81, Ecke An der Kirche, genannt. Die Bürgermeisterin behauptet gegenüber der MAZ, die Post habe einen Standort in Michendorf auch ab dem 1. Januar 2027 zugesichert. Der Betreiber des Paketshops wolle die Dienstleistungen übernehmen. Für diese konkrete Lösung stehe eine offizielle Bestätigung der Post allerdings noch aus.
Der Paketshop bietet bisher Leistungen verschiedener Paketdienste an. Die MAZ berichtet unter Vorbehalt, dass noch ungeklärt sei, inwieweit diese Angebote bei einem Vertrag mit der Post bestehen bleiben könnten. Eine öffentlich überprüfbare Erklärung der Post zu dieser Vertragsfrage liegt der MIR nicht vor.
Auch eine eigenständige öffentliche Mitteilung von Deutsche Post oder DHL, die den neuen Standort und einen Eröffnungstermin bestätigt, konnte die MIR bei ihrer Recherche nicht finden. Das schließt eine Zusicherung gegenüber der Gemeinde nicht aus. Für Kunden bleiben die konkrete Adresse, der Leistungsumfang und der Übergang dennoch abzuwarten.
Ruhestand seit Langem angekündigt
Die bevorstehende Aufgabe der Michendorfer Filiale war bereits im vergangenen Jahr Thema. Am 25. November 2025 berichtete Michendorf.Blick in seiner Facebook-Gruppe unter Berufung auf die Betreiber über die geplante Schließung. Als mögliches Datum wurde der 31. Dezember 2026 genannt.
Drei Tage später stellte Schröter gegenüber der MAZ klar, dass sie mindestens noch das gesamte Jahr 2026 weitermachen wolle. Auch einige zusätzliche Monate im Jahr 2027 hielt sie damals für möglich. Ihr Ruhestand stand als Ziel fest, der genaue Zeitpunkt war jedoch noch offen.
Schon damals konnte die Betreiberin auf ein langes Berufsleben zurückblicken: Nach dem MAZ-Bericht arbeitete sie im November 2025 seit 48 Jahren bei der Post, davon 27 Jahre selbstständig. Vor ihrer Tätigkeit in Michendorf war sie in Beelitz und Neuseddin beschäftigt.
Wilhelmshorst wartet weiter
In Wilhelmshorst ist der Verlust bereits Alltag. Mit dem Konsum an der Peter-Huchel-Chaussee schloss zum Jahresende 2025 auch das dort integrierte Postangebot. Betreiberin Heidi Herken ging in den Ruhestand. Nach 17 Jahren verschwand damit zugleich ein Treffpunkt, an dem Menschen einkauften, Kaffee tranken und miteinander ins Gespräch kamen.
Die Ersatzsuche ist seit mindestens elf Monaten öffentlich bekannt. Bereits im MAZ-Artikel vom 28. November 2025 erklärte Herken, die Post suche einen neuen Standort in Wilhelmshorst. Ortsvorsteherin Ulricke Zoschke äußerte damals die Hoffnung auf eine gemeinsame Lösung von Gemeinde und Post. Einen konkreten Termin nannte sie nicht.
Am 10. Dezember 2025 veröffentlichte auch die Gemeinde, dass für beide Ortsteile alternative Standorte und Gewerbetreibende gesucht würden. Das mehrstufige Verfahren der Post laufe bereits länger. Damals bezeichnete die Gemeinde einen nahtlosen Übergang als "fraglich".





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