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Mittwochs und Freitags ist Spehr-tag - 30 Jahre Feinkost Spehr

Bild: Feinkost Spehr
Bild: Feinkost Spehr

Wilhelmshorst - Drei Jahrzehnte, ein Standort, ein klarer Anspruch: Feinkost Spehr feiert 30 Jahre am Standort in Wilhelmshorst. Was viele Kundinnen und Kunden heute als feste Größe im Ort kennen, ist das Ergebnis einer langen Entwicklung – von der Fleischerei-Tradition über die Umbrüche bis hin zum modernen Feinkostbetrieb mit klarer Haltung zu Qualität und Herkunft.


Die Michendorfer Rundschau hat Inhaberin und Gründerin Andrea Spehr zum Gespräch getroffen – und dabei Einblicke in 30 Jahre Unternehmertum, den Wandel im Konsumverhalten und die Bedeutung echter Handwerksqualität gewonnen. Zum Jubiläum bedankt sich das Unternehmen zudem auf seine eigene Art: mit wöchentlichen Aktionstagen – und einer Botschaft, die in Zeiten von Preisdruck und Schnellkonsum fast schon selten geworden ist.


Frau Spehr, stellen Sie sich unseren Leserinnen und Lesern kurz vor. Wer sind Sie und was verbindet Sie mit dem Geschäft in Wilhelmshorst?

"Ich bin Andrea Spehr, Jahrgang 1969, und betreibe seit 30 Jahren das Fleischerei- und Feinkostgeschäft hier in Wilhelmshorst.

 

Das Geschäft hat eine längere Geschichte: Schon mein Großvater hat den Fleischhandel in Wilhelmshorst gegründet.


Mein Vater hat hier dann zu DDR-Zeiten die Fleischereifiliale des Konsums geführt. Nach der Wende hat er sie selbstständig weitergeführt, und ich bin dann in den Betrieb eingestiegen. Als mein Vater in Rente ging, haben wir neu gebaut, weil auf dem ursprünglichen Grundstück ein Rückübertragungsanspruch bestand. So ist das Geschäft in seiner heutigen Form entstanden."


30 Jahre an einem Standort – das schaffen nur wenige Betriebe. Wie hat sich Wilhelmshorst in dieser Zeit verändert?

"Es hat sich viel verändert. Früher gab es deutlich mehr kleine Gewerbetreibende im Ort. Heute sind davon nur noch wenige übrig geblieben. Ein großer Einschnitt war zum Beispiel die Schließung der Sparkasse, und auch die Postfiliale fehlt inzwischen. Das spürt man deutlich. Unter der Woche ist der Ort oft recht ruhig geworden, und man muss heute viel stärker Werbung machen, damit die Menschen überhaupt wissen, dass es uns gibt.


Man erlebt tatsächlich immer wieder, dass neue Kunden hereinkommen und sagen: 'Ich wohne schon zehn oder fünfzehn Jahre hier und habe Ihr Geschäft noch nie gesehen.'"


Wie hat sich das Kaufverhalten Ihrer Kunden verändert?

"Das klassische Fleischgeschäft hat sich deutlich verändert. Große Braten – Schweinekamm, Rinderbraten oder Rouladen – werden heute viel weniger spontan an der Theke gekauft. Solche Dinge bestellen die Menschen eher zu besonderen Anlässen oder für Feiern.


Unter der Woche greifen viele eher zu Wurst oder zu kleineren Produkten, zum Beispiel Grillwürstchen. Große Fleischgerichte laufen heute vor allem über unser Cateringgeschäft, oft schon fertig gegart für Veranstaltungen.


Das Frühstücksangebot und der Mittagstisch werden ganzjährig gerne angenommen, außer Haus oder zum Verzehr hier bei uns, An der Aue 1a."


Sie nennen Ihr Geschäft bewusst „Feinkost Spehr“ und nicht nur Fleischerei. Warum?

"Wir haben irgendwann gemerkt: Wir bedienen nicht nur Menschen, die Fleisch kaufen wollen. Viele kommen wegen der fertigen Gerichte, der Feinkost oder anderer Produkte. Deshalb haben wir gesagt: Wir sind nicht nur Fleischerei, wir sind Feinkost.


Feinkost bedeutet für uns aber nicht Luxus. Für uns heißt das: gute, ehrliche und gesunde Kost. Klare Produkte, gute Zutaten, handwerklich hergestellt.

 

Wir arbeiten zum Beispiel mit zertifiziertem Neuland-Fleisch und heben uns damit bewusst von industriellen Fleischprodukten ab."


Woher kommt das Fleisch, das Sie verwenden?

"Das Neuland-Fleisch kommt aus Niedersachsen. Von dort wird es mehrmals pro Woche nach Berlin geliefert und anschließend an zertifizierte NEULAND Fleischereien in Berlin und Brandenburg verteilt.


Die Richtlinien bei Neuland sind sehr streng, und genau das ist auch der Anspruch. Es geht um Tierhaltung, Transportwege und Qualität.


Das funktioniert nur, wenn mehrere Neuland-Betriebe in einer Region zusammenarbeiten, daher der Standort Niedersachsen, dort gibt es viele Neuland Bauern und den Schlachthof in der Nähe, es entfallen lange Wege für die Tiere."


Viele Kunden glauben, NEULAND Fleisch sei deutlich teurer als Supermarktware. Wie sehen Sie das?

"Natürlich können wir preislich nicht mit Industriefleisch mithalten – das wollen wir auch gar nicht. Aber wenn man es wirklich vergleicht, relativiert sich das oft.


Wenn ich zum Beispiel ein Steak aus unserer Theke und eines aus dem Supermarkt brate, dann bleibt am Ende oft gar nicht so viel Unterschied im Preis übrig – weil die Qualität und der Fleischanteil ganz anders sind."


Wie wichtig ist Ihnen die Rolle im Ort – etwa bei Veranstaltungen oder im Vereinsleben?

"Sehr wichtig. Wir versuchen, uns vor allem in Wilhelmshorst einzubringen, zum Beispiel beim Weihnachtsmarkt. Das gehört für uns einfach dazu.


Natürlich würden wir auch gern mehr Veranstaltungen in anderen Ortsteilen unterstützen, aber dafür fehlt manchmal schlicht die Kapazität. Außerdem finden wir, dass auch dort die lokalen Geschäfte sichtbar bleiben sollten."


Wer sind heute Ihre Stammkunden?

"Viele unserer Stammkunden sind Menschen, die schon bei meinem Vater eingekauft haben. Diese Generation wird leider langsam weniger – das merkt man natürlich.


Aber gleichzeitig kommen immer neue Kunden dazu. Gerade jüngere Menschen entdecken wieder stärker handwerkliche Produkte und regionale Qualität."


Gab es in 30 Jahren auch schwierige Zeiten?

"Natürlich. In drei Jahrzehnten erlebt man alles: Krisen, Aufschwünge, Veränderungen im Markt. Das gehört dazu.


Wichtig ist aus meiner Sicht, dass man seine Werte nicht aus den Augen verliert. Man kann und muss sich anpassen – aber man sollte immer wissen, wofür man steht."


Gab es Momente, in denen Sie überlegt haben, die Qualität zugunsten niedrigerer Preise zu verändern?

"Diese Überlegung kommt natürlich, gerade in Zeiten steigender Preise. Aber wir haben uns immer klar gesagt: Wir werden niemals an der Qualität sparen.


Man kann an kleinen Dingen etwas anpassen, aber der Grundgedanke bleibt. Unsere Produkte sollen qualitativ hochwertig sein – und dazu stehen wir.

 

Das bedeutet, wir kaufen Qualität, wir verarbeiten achtsam und schonend, so entsteht gute und gesunde Kost."


Wie groß ist Ihr Team heute?

"Im Moment haben wir vier Vollzeitkräfte, die sowohl in der Produktion als auch im Verkauf arbeiten. Außerdem stellen wir gerade eine weitere Verkäuferin in Teilzeit ein. Das hilft uns sehr, denn wenn jemand krank ist oder Urlaub hat, wird es schnell eng."


Und wie sieht die Zukunft des Betriebs aus?

"Oliver Schachner- Haufe (Mitarbeiter seit 2011) ist seit März 2024 Mitgesellschafter im Unternehmen und wird den Betrieb mal übernehmen, wenn ich mich zurückziehe.


Ich selbst möchte aber noch eine Weile dabei bleiben – solange es mir Freude macht. Die Liebe zum Beruf trägt einen schon durch viele Jahre."


30 Jahre Feinkost Spehr – wie feiern Sie dieses Jubiläum?

"Wir feiern im Grunde das ganze Jahr. Jede Woche gibt es wechselnde Jubiläumsangebote mit 30 Prozent Rabatt auf ausgewählte Produkte – immer mittwochs und freitags.


Vielleicht wird es am Ende des Jahres noch einmal eine größere Feier geben. Aber im Moment sind wir einfach im Jubiläumsmodus und freuen uns über jeden Kunden, der vorbeikommt."


Zum Schluss: Was macht diesen Beruf für Sie nach 30 Jahren immer noch besonders?

"Es ist die Vielfalt. Kein Tag ist wie der andere. Mal bereiten wir Lunchpakete für viele Menschen vor, mal beliefern wir eine Hochzeit oder eine Konfirmation, mal ein Sportfest oder eine Firmenfeier.


Dadurch wird es nie langweilig. Und genau das macht den Beruf bis heute so schön."

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