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Potsdamer Straße: Von der Hauptstraße zum „Platzcharakter"

vor 2 Minuten
3 Min. Lesezeit

Michendorf - Aus der Potsdamer Straße soll eine „attraktivere Ortsmitte" werden.

Dazu will die Gemeinde den öffentlichen Raum „aufwerten", die Baumallee erhalten und nach eigenen Angaben die Verkehrssicherheit sowie Barrierefreiheit verbessern.


Die inzwischen veröffentlichten Entwurfspläne zeigen, wie stark sich das Straßenbild verändern könnte. Sie werfen aber auch Fragen auf: Wie flüssig bleibt der Verkehr? Wie gut sind die Geschäfte erreichbar? Und welchen Umfang kann sich die Gemeinde dauerhaft leisten?


Zunächst geht es um den ersten Bauabschnitt zwischen den Hausnummern 36 und 72.

Nach Angaben der Verwaltung soll die Umsetzung voraussichtlich im Frühjahr 2028 beginnen. Die Planungsunterlagen nennen dafür eine Bauzeit von 2028 bis 2029.


Hinter dem Bus warten

Eine wesentliche Veränderung ist im Bereich des Supermarktes „nah & gut“ und des Gemeindezentrums vorgesehen. Dort zeigt der Entwurf eine langgezogene, begrünte Mittelinsel. Die Bushaltestellen liegen auf den jeweils äußeren Fahrbahnseiten. Ein Zebrastreifen führt über die Insel.


Zwischen Mittelinsel und Haltestellen ist keine separate Spur zum Vorbeifahren an haltenden Bussen eingezeichnet. Für nachfolgende Autofahrer bedeutet dies: Während des Fahrgastwechsels müssen sie voraussichtlich warten.


Wie häufig dadurch Rückstaus entstehen könnten und wie weit diese reichen würden, lässt sich aus den vorliegenden Unterlagen nicht ablesen. Eine entsprechende Verkehrsberechnung ist darin nicht enthalten. Gerade für eine zentrale Straße mit Geschäften und einmündenden Nebenstraßen bleibt das eine wichtige Frage.


Pflaster und Radschutzstreifen

Im anschließenden Abschnitt D soll eine gepflasterte Fahrbahn einen „Platzcharakter" der Ortsmitte betonen. Auch im Bereich von Apotheke und Sparkasse ist ein Zebrastreifen dargestellt.


Für den Radverkehr sind seitliche Schutzstreifen vorgesehen. Dabei handelt es sich um markierte Bereiche auf der Fahrbahn, nicht um baulich getrennte Radwege. Hinzu kommen Fahrradabstellmöglichkeiten und Aufenthaltsbereiche.


Wie viele öffentliche PKW-Stellplätze gegenüber heute tatsächlich entfallen, lässt sich aus den vorliegenden Unterlagen nicht verlässlich beziffern. Eine nachvollziehbare Gegenüberstellung von Bestand und Planung wäre deshalb für die weitere Beratung hilfreich.


Denn zur Attraktivität eines Ortszentrums gehört für Kunden auch, Geschäfte mit dem Auto erreichen und in vertretbarer Entfernung parken zu können.


Das Konzept setzt sichtbar auf Aufenthaltsqualität und eine stärkere Gliederung des Straßenraums. Ob dabei auch die Anforderungen des alltäglichen Autoverkehrs ausreichend berücksichtigt werden, muss sich an der konkreten Ausgestaltung zeigen.


3,7 Millionen Euro für den ersten Abschnitt

Die Kostenaufstellung nennt für den ersten Bauabschnitt insgesamt 3.691.000 Euro.

Darin stecken rund 2,6 Millionen Euro Baukosten, 390.000 Euro Baunebenkosten, 600.000 Euro Risikoreserve und 100.000 Euro für Untersuchungen.


Dem stellt die Verwaltung rund 3,762 Millionen Euro verfügbare Mittel gegenüber. Die Finanzierung dieses Abschnitts sei damit gewährleistet.


Das gilt jedoch nicht automatisch für das gesamte Vorhaben. Die Präsentation hält ausdrücklich fest, dass die Gesamtfördersumme noch unbekannt sei. Ob die Mittel ausreichen, müsse fortlaufend geprüft werden. Planung und Bau sollen deshalb schrittweise beauftragt werden.


Bemerkenswert ist ein bereits benannter „Plan B“: Die Gemeinde könnte sich auf die Kernbereiche der Ortsmitte und am Bahnhof konzentrieren. Dazwischen käme gegebenenfalls eine Reduzierung auf Deckensanierung, barrierefreie Zufahrten und eine Regenwasserleitung infrage. Damit steht auch eine weniger umfassende Ausführung einzelner Bereiche im Raum.


Vollsperrungen vorgesehen, Umleitungen noch offen

Für den ersten Bauabschnitt nennen die Unterlagen teilweise erforderliche Vollsperrungen. Auswirkungen auf Gewerbe und Veranstaltungen werden ausdrücklich als Herausforderung aufgeführt.


Konkrete Sperrzeiten, Umleitungsstrecken und Regelungen für die Erreichbarkeit der Geschäfte stehen in den vorliegenden Unterlagen noch nicht. Die Gemeinde betont, dass über Bauabwicklung und Baustellenlogistik in diesem Planungsschritt noch nicht entschieden werde.


Weitere Untersuchungen notwendig

Risiken bestehen unter anderem durch vorhandene Leitungen, mögliche Altlasten und die geschützte Baumallee. Bodenuntersuchungen, Suchschachtungen und ein „Wurzelscan" sollen die weitere Planung absichern.


Die Fachpläne sind ausdrücklich Zwischenstände. Nach Beteiligung der zuständigen Stellen und Einarbeitung offener Punkte soll die endgültige Entwurfsplanung einschließlich Kostenberechnung erneut den Gremien vorgelegt werden.


Vorgestellt wird der aktuelle Stand am 5. November im Ortsbeirat Michendorf und am 10. November im Bauausschuss. Beide Sitzungen beginnen um 19 Uhr im Beratungsraum im dritten Obergeschoss des Rathauses. Interessierte können teilnehmen.


MIR-Umfrage: Wie bewerten Sie das Konzept?


Welche Aussage trifft Ihre Haltung am besten?

  • Ich unterstütze das vorgestellte Konzept.

  • Ich unterstütze einen Umbau, wünsche mir aber Änderungen am

  • Mir reicht eine Sanierung mit gezielten Verbesserungen.

  • Ich lehne das Vorhaben ab; andere Projekte sollten Vorrang h


Was sollte bei der weiteren Planung besonders berücksichtigt werden? Schreiben Sie uns Ihre Meinung zu Verkehrsfluss, Parkmöglichkeiten, Fuß- und Radverkehr, Aufenthaltsqualität oder Kosten.


Die MIR-Umfrage ist ein nicht repräsentatives Stimmungsbild.

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