Radweg zwischen Langerwisch und Wildenbruch: Ortsbeirat bekräftigt Ausbauforderung
Wildenbruch/Langerwisch – Ein gemeinsamer Geh- und Radweg soll die beiden Ortsteile sicherer verbinden. Bis dahin will der Ortsbeirat Wildenbruch mit Tempo 30 und Fahrradpiktogrammen auf der Fahrbahn für Entlastung sorgen.
Dafür sprach sich das Gremium am Montagabend, 2. November, aus. In der Debatte ging es auch um den Vorschlag der Radinitiative, aus der Wildenbrucher Straße eine Fahrradstraße zu machen.
Den gemeinsamen Radwegeantrag der Ortsbeiräte Langerwisch und Wildenbruch unterstützte das Wildenbrucher Gremium mit vier Ja-Stimmen und einer Gegenstimme.
Dagegen stimmte Günther Schiemann (Grüne). Bei der anschließenden Beratung der Verwaltungsvorlage sprach sich der Ortsbeirat für Variante 4 aus. Sie sieht vor, den bestehenden Gehweg zu verbreitern oder einen gemeinsamen Geh- und Radweg neu zu bauen.
Radfahrer weichen auf den Gehweg aus
Die Wildenbrucher Straße ist eine wichtige Schulwegverbindung. Die Fahrbahn ist schmal, ebenso der parallel verlaufende Gehweg. Laut Verwaltung weichen Radfahrer aus Unsicherheit auf den Gehweg aus. Dort komme es zu Konflikten mit Fußgängern und entgegenkommenden Radfahrern.
Kay-Uwe Fleischmann (UWG-FW), Ortsvorsteher von Langerwisch und als Gast in Wildenbruch dabei, beschrieb die Situation so: „Der Radverkehr findet auf dem sogenannten Fußweg statt.“ Aus seiner Sicht lasse sich die heutige Situation dauerhaft nur mit einem neuen Radweg lösen.
Fleischmann kritisiert Radinitiative
Die Radinitiative setzt sich laut Verwaltungsvorlage für eine Fahrradstraße ein. Fleischmann kritisierte diesen Ansatz: „Man darf nicht vergessen, dass die Radinitiative Radfahrer priorisiert.“ Die Wildenbrucher Straße sei eine kurze Verbindung, die auch Eltern auf dem Weg zur Schule oder Kita nutzten.
Wenn sie es eilig hätten, entstünden dort aus seiner Sicht zusätzliche Konflikte.
„Wir müssen als Ortsbeiräte – anders als die Radinitiative – alle im Blick haben, gerade auch Ältere“, sagte Fleischmann. Als Beispiel nannte er den Einkauf im Rosengut: „Man kann seinen Einkauf vom Rosengut nicht mit dem Fahrrad transportieren.“
Schiemann hielt dem entgegen: „Dann müssen die Autos halt mal hinter den Fahrrädern fahren.“ Den gemeinsamen Radwegeantrag lehnte er ab. Tempo 30 und Fahrradpiktogramme auf der Fahrbahn hielt er dagegen für das Mindeste.
Roland Syring (parteilos, für die CDU) unterstützte den Antrag. Gerade ältere Radfahrer hätten ihm zufolge angekündigt, weiter auf dem Gehweg zu fahren. Die Beschilderung als Gehweg habe die Diskussion ausgelöst. Ein Schild für einen gemeinsamen Geh- und Radweg könne aus seiner Sicht schnell Abhilfe schaffen.
Durchgehender Ausbau könnte bis zu 1,22 Millionen Euro kosten
Bauamtsleiter Steffen Merkel sagte, die Verwaltung habe in ihrer Vorlage die Vor- und Nachteile der verschiedenen Lösungen zusammengestellt. Im Rathaus sei man sich einig, dass Handlungsbedarf bestehe. Ein vom Autoverkehr getrennter Weg biete aus seiner Sicht die größte Sicherheit.
Für einen durchgehenden Ausbau rechnet die Verwaltung überschlägig mit 600.000 bis 1,22 Millionen Euro. In der Schätzung stecken unter anderem Planung, Gutachten, Vermessung, Grunderwerb und Bau.
Nach erster Einschätzung müssten für die durchgehende Verbreiterung des bestehenden Weges rund 5.000 Quadratmeter von zwölf bis dreizehn Eigentümern erworben werden. Syring hielt die Kostenschätzung für „sehr hoch gegriffen“.
Vier Stimmen für Tempo 30 als Übergangslösung
Bis ein gemeinsamer Geh- und Radweg gebaut werden kann, setzt der Ortsbeirat auf Variante 2: Tempo 30 und Fahrradpiktogramme auf der Fahrbahn. Vier Mitglieder stimmten dafür, eines enthielt sich. Gegenstimmen gab es keine. Merkel schätzte die Kosten in der Sitzung auf einen vierstelligen Betrag.
Ob Tempo 30 und die Markierungen genehmigt werden können, ist laut Verwaltung offen.
Auch eine Freigabe des vorhandenen Gehwegs mit dem Zusatzschild „Radfahrer frei“ hat aus Sicht der Verwaltung einen Haken. Der Weg unterschreite die dafür vorgesehene Breite.
Wie die MIR bereits im September berichtete, wollen die beiden Ortsbeiräte mit ihrem gemeinsamen Antrag eine feste Frist setzen. Bis zum 31. März 2027 soll die Verwaltung unter anderem mögliche Trassen, Grundstücksfragen, Kosten und Fördermöglichkeiten prüfen.
Auf Grundlage dieses Berichts soll die Gemeindevertretung 2027 über den Einstieg in die konkrete Planung entscheiden. Über den Prüfauftrag muss sie noch abstimmen.
Als Nächstes steht der Antrag am 3. November im Ortsbeirat Langerwisch und am 10. November im Bau- und Ordnungsausschuss auf der Tagesordnung.





Gefährliche Situation auch an den Warnbaken an Kuppen. Gegenverkehr kann nicht eingesehen werden.