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Schwere Vorwürfe: Mordprozess gegen 52-Jährigen aus Michendorf beginnt

vor 3 Minuten
2 Min. Lesezeit

Michendorf/Potsdam – Vor dem Landgericht Potsdam beginnt am Dienstag, 22. September, ein Mordprozess mit unmittelbarem Bezug nach Michendorf. Angeklagt ist ein 52 Jahre alter Mann. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, seinen demenzkranken und pflegebedürftigen Schwiegervater schwer misshandelt und dabei mit Tötungsabsicht gehandelt zu haben.


Schwiegervater soll im gemeinsamen Haushalt gelebt haben

Nach übereinstimmenden Berichten der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) und der Ostdeutschen Zeitung lebten der Angeklagte und sein Schwiegervater gemeinsam in einem Haushalt in Michendorf. Der ältere Mann sei altersbedingt an Demenz erkrankt und auf Unterstützung angewiesen gewesen.


Die Staatsanwaltschaft wirft dem 52-Jährigen vor, seinen Schwiegervater mit einer Gliederkette fixiert zu haben. Im Januar 2026 soll er ihm dann durch Faustschläge und Tritte zahlreiche Knochenbrüche und innere Verletzungen zugefügt haben. Die Ostdeutsche Zeitung berichtet unter Berufung auf Angaben des Landgerichts Potsdam, die Anklage gehe davon aus, dass der Mann dabei mit Tötungsabsicht gehandelt habe.


Als mögliches Motiv führt die Anklage die Pflegebedürftigkeit des Schwiegervaters an.

Nach dem Bericht der Ostdeutschen Zeitung soll der Angeklagte seinen Schwiegervater wegen dessen Hilfebedarfs und des damit verbundenen Aufwandes verachtet haben. Ob diese Darstellung zutrifft und sich die erhobenen Vorwürfe beweisen lassen, ist nun Gegenstand des Strafverfahrens.


Auch Ehefrau soll geschlagen worden sein

Die Vorwürfe beschränken sich nicht auf den Schwiegervater. Dem 52-Jährigen wird darüber hinaus vorgeworfen, seine ebenfalls an Demenz erkrankte Ehefrau wiederholt geschlagen zu haben. Wie die Ostdeutsche Zeitung unter Bezug auf die Terminübersicht des Landgerichts berichtet, erstrecken sich die dort aufgeführten Tatvorwürfe auf einen Zeitraum vom 19. Oktober 2023 bis zum 28. Januar 2026.


Welche der erhobenen Vorwürfe sich im Prozess nachweisen lassen, muss die zuständige Strafkammer des Landgerichts Potsdam klären. Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt für den Angeklagten die Unschuldsvermutung.


Ausgerechnet in der Demenzwoche

Eine auffällige zeitliche Überschneidung gibt es in Michendorf ausgerechnet in der Woche des Prozessauftakts: Vom 21. bis 27. September beteiligt sich die Gemeinde an der bundesweiten Demenzwoche und bietet gemeinsam mit dem Netzwerk Pflege & Inklusion mehrere Veranstaltungen rund um Demenz, Pflege und das Älterwerden an.


Bereits am Montag, 21. September, findet im Rathaus der Workshop „Mit Demenz umgehen“ für Angehörige von Demenzbetroffenen statt. Am 23. September öffnet die Hauskrankenpflege Ewald ihren „Flur der Erinnerungen“ für die Öffentlichkeit. Ebenfalls am Mittwoch gibt es im Rathaus einen Vortrag zum Thema Hören im Alter. Am 24. September folgt ein Musikkaffee mit Unterhaltung und Informationsangeboten zu Pflegethemen.


Den gesamten September über ist außerdem im Rathaus die digitale Fotokunstausstellung „Demenz neu sehen“ zu sehen. Gezeigt werden prämierte Bilder aus dem bundesweiten Wettbewerb „Desideria Preis für Fotografie“. Nach Angaben der Gemeinde zeigen sie Menschen mit Demenz aus einer neuen Perspektive, sollen Mut machen und vermitteln, dass das Leben mit Demenz weiterhin voller Leben sein kann.



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