Wasserspiel am Rathaus: Bau gestartet – doch Kritik lässt nicht lange auf sich warten
- Oliver Bettermann

- vor 3 Stunden
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Michendorf – Bauzaun, Bagger, erste Schnitte im Pflaster: Auf dem Richard-Muth-Platz vor dem Rathaus haben die Arbeiten für das geplante Wasserspiel begonnen.
Was die Verwaltung als sichtbaren Schritt zur Aufwertung der Ortsmitte darstellt, sorgt bereits jetzt für Diskussionen unter Bürgern.
16 Fontänen auf dem Rathausvorplatz geplant
Seit dieser Woche ist der Bereich vor dem Rathaus weiträumig abgesperrt. Dort entsteht auf einer Fläche von rund 36 Quadratmetern - also etwa der Fläche von 6 Standardparkplätzen - ein Wasserspiel mit insgesamt 16 kleinen Fontänen.
Nach Angaben der Gemeinde laufen derzeit die vorbereitenden Erdarbeiten.
Direkt nach den Osterfeiertagen soll ein Brunnenbauer mit dem Aufbau beginnen. Die bauliche Umsetzung einschließlich Pflasterarbeiten soll demnach bis Ende April abgeschlossen sein.
Allerdings ist damit noch nicht Schluss: Der verwendete Fugenmörtel müsse zunächst mehrere Wochen aushärten, sodass eine Inbetriebnahme erst für Anfang Juni vorgesehen ist.
Der Zugang zum Rathaus soll laut Verwaltung während der gesamten Bauphase nicht beeinträchtigt sein.
Beschluss stammt aus dem Jahr 2021
Das Projekt selbst ist nicht neu. Bereits im Mai 2021 wurde das Wasserspiel im Rahmen des städtebaulichen Konzepts zur Entwicklung des Teltomatgeländes beschlossen.
Mit dem Baustart wird dieser Beschluss nun sichtbar umgesetzt.
Erste Reaktionen: Zwischen Zustimmung und deutlicher Kritik
In sozialen Netzwerken fallen die Reaktionen gemischt aus – mit klarer Tendenz zur Skepsis. Mehrere Bürger äußern deutliche Kritik an Prioritäten und Kosten.
Ein Nutzer schreibt, während für ein Wasserspiel Geld vorhanden sei, müsse er auf beschädigten Straßen „im Slalom fahren“. Andere fragen, wer angesichts der angespannten Haushaltslage der Gemeinde die laufenden Kosten und die Wartung übernehmen werde.
Auch ein möglicher Zusammenhang mit den Ausgleichsbeträgen für Grundstückseigentümer wird thematisiert.
So wird gefragt, ob Anwohner indirekt an der Finanzierung beteiligt seien.
Besonders kritisch wird das Projekt im Kontext von Klimawandel und Wasserknappheit gesehen. Ein Kommentar stellt die grundsätzliche Frage, ob ein Wasserspiel in Zeiten drohender Engpässe in Berlin und Brandenburg noch zeitgemäß sei – und regt stattdessen Entsiegelung und Begrünung des sonst kargen Ortskerns an.
Neben der Kritik gibt es aber auch Zustimmung: Einzelne Stimmen bewerten das Vorhaben als „schöne Idee“, die den Bereich vor dem Rathaus aufwerten könne.
Symbolprojekt mit Signalwirkung
Das Wasserspiel ist damit mehr als nur ein gestalterisches Element. Es steht exemplarisch für die Entwicklung der Ortsmitte – und für die Frage, wie öffentliche Räume künftig gestaltet werden sollen. Auch die Michendorfer Rundschau versucht sich mit einer aktuellen Umfrage dieser Frage zu nähern.
Zur Umfrage:
Zwischen Aufenthaltsqualität, Klimaanpassung und Haushaltsfragen zeigt sich bereits jetzt: Die Debatte um den Richard-Muth-Platz dürfte erst begonnen haben.
Die Michendorfer Rundschau wird die weiteren Entwicklungen begleiten.




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