Weniger Plätze im RE7: Balzer fragt nach, Beelitz macht Druck
Michendorf/Wilhelmshorst - Wie viel Platz bleibt künftig im RE7? Nachdem die Michendorfer Rundschau über die angekündigte Reduzierung von 420 auf 270 Sitzplätze berichtet hatte, konkretisiert ein inzwischen erschienener MAZ-Bericht die Pläne: Ab dem 1. November 2026 entfällt die sogenannte Verstärkung außerhalb der Hauptverkehrszeiten. Zu den Spitzenzeiten des Berufsverkehrs sollen weiterhin 420 Sitzplätze zur Verfügung stehen.
Für Fahrgäste, die abends oder am Wochenende unterwegs sind, bleibt die Einschränkung damit bestehen. Gleichzeitig wächst der politische Druck, das Angebot auf der wichtigen Verbindung nach Berlin zu sichern.
Balzer: „Die Züge sind sehr häufig sehr voll“
Die Landtagsabgeordnete Melanie Balzer hatte Infrastrukturminister Robert Crumbach nach den Auswirkungen der Kürzung und den Gründen für die Unterbrechung der Kapazitätserweiterung gefragt. Nach ihrer Pressemitteilung versicherte der Minister, dass das maximal mögliche Sitzplatzangebot in der Hauptverkehrszeit erhalten bleibe.
Die zusätzlichen Kapazitäten an Wochenenden, Feiertagen und in den Abendstunden seien als saisonale Verstärkung vorgesehen gewesen. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg soll nun auswerten, wie stark das Angebot genutzt wurde.
Balzer erklärt dazu: „Ich danke der Landesregierung, dass sie das Sitzplatzangebot und die Kapazitätserweiterung des RE 7 evaluiert und gehe fest davon aus, dass das Ergebnis zeigen wird, dass die Züge sehr häufig sehr voll sind.“
Nach dem MAZ-Bericht ist für 2027 erneut eine Verstärkung von Ostern bis in den Herbst vorgesehen. Über das Angebot ab 2028 soll anhand der Auswertung entschieden werden.
Ein ganzjähriger Einsatz größerer Züge würde laut Crumbach sechs Millionen Euro zusätzlich kosten.
Beelitz macht Druck
Die Stadt Beelitz hat sich bereits öffentlich gegen Verschlechterungen ihrer Bahnanbindung ausgesprochen. Bürgermeister Bernhard Knuth bewertet die Auswirkungen auf die Verbindungen nach Potsdam und Berlin als „für uns nicht hinnehmbar“.
Seine Kritik richtet sich neben der RE7-Kürzung gegen Änderungen bei der RB33 und die Unzuverlässigkeit der RB37. Nach Angaben der Stadt soll die RB33 ab dem Fahrplanwechsel im Dezember zu den Hauptverkehrszeiten statt zum Potsdamer Hauptbahnhof nach Park Sanssouci fahren. Bei der RB37 beklagt Beelitz häufige Ausfälle und vorzeitig endende Fahrten.
Knuth warnt vor einem Vertrauensverlust in den Regionalverkehr.
„Auch aus dem Michendorfer Rathaus erwarte ich einen deutlichen Einsatz“
Unter dem Beelitzer Beitrag wurde in den sozialen Medien auch nach der Haltung der Nachbargemeinde gefragt: „Was sagt die Gemeinde Michendorf dazu?“ Nach den der Redaktion vorliegenden Informationen blieb diese Frage bislang unbeantwortet. Auch auf der Gemeindeseite findet sich keine Äußerung.
Der Michendorfer Bürgermeisterbewerber und MIR-Herausgeber Gregory Gosciniak fordert eine klare Positionierung: „Für mich ist die weitere Verknappung des Sitzplatzangebots im RE7 absolut nicht hinnehmbar. Ich pendle selbst täglich nach Berlin und erlebe, wie voll die Züge schon jetzt sind.“
Balzers Nachfrage und den öffentlichen Protest aus Beelitz begrüßt er ausdrücklich: „Ich danke unserer Landtagsabgeordneten Melanie Balzer für ihre Nachfrage bei der Landesregierung und dem Beelitzer Bürgermeister Bernhard Knuth für seine klaren Worte.“
An die eigene Gemeindeverwaltung richtet er eine deutliche Erwartung: „Auch aus dem Michendorfer Rathaus erwarte ich einen deutlichen Einsatz für unsere Pendler. Es reicht nicht, darauf zu warten, dass die Nachbarn für uns mitkämpfen.“
Hoffnung auf eine bessere Verbindung nach Berlin
Neben den Einschränkungen gibt es eine positive Ankündigung: Laut Balzers Pressemitteilung sollen die zusätzlichen RE7-Verstärkerzüge zwischen Bad Belzig und Berlin-Wannsee zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 morgens und nachmittags direkt auf die Berliner Stadtbahn verlängert werden.
„Die direkte Verbindung zur Berliner Stadtbahn ist eine gute Nachricht für die Pendlerinnen und Pendler und stärkt zugleich den Wirtschaftsstandort Potsdam-Mittelmark“, erklärt Balzer.
Eine attraktive Bahnanbindung mache die Region als Wohn- und Arbeitsort interessanter und komme auch den Unternehmen zugute.
Für Berlin-Pendler wäre die Durchbindung eine Erleichterung. Am angekündigten Rückgang der Sitzplatzkapazität außerhalb der Hauptverkehrszeiten ab November ändert sie allerdings nichts.





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