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Bundesweiter Cyberalarm trifft Michendorf: Online-Rathaus „bis auf Weiteres nicht nutzbar“

vor 5 Minuten
2 Min. Lesezeit

Michendorf – Ein Behördengang bequem vom Sofa aus? In Michendorf ist das vorerst nicht möglich! Wegen einer gefährlichen Sicherheitslücke wurde das Online-Serviceportal der Gemeinde abgeschaltet. Und Michendorf ist längst nicht allein: Bundesweit kämpfen Behörden, Krankenhäuser und andere Einrichtungen mit den Folgen einer Sicherheitswarnung. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) befürchtet groß angelegte Cyberangriffe.


Am Donnerstag (22. Oktober) informierte die Gemeindeverwaltung über die Abschaltung. Der kommunale IT-Dienstleister DIKOM habe mitgeteilt, dass vorsorglich „sämtliche von der Dikom betriebene Webdienste und Webanwendungen deaktiviert wurden“. Dazu gehöre auch das Michendorfer Online-Serviceportal.


Grund ist eine kritische Sicherheitslücke in der Programmiersprache PHP. Sie wird weltweit für Millionen Internetseiten und digitale Anwendungen eingesetzt.


Bundesamt warnt vor massiven Angriffen

Die Warnung kommt von höchster Stelle. Das BSI hatte bereits am Dienstag auf erhebliche Gefahren aufmerksam gemacht. Hintergrund sind zwei kritische Schwachstellen, für die am Mittwoch (21. Oktober) Sicherheitsupdates veröffentlicht wurden.


Das Problem: Sobald ein solches Update erscheint, können auch Kriminelle untersuchen, welche Sicherheitslücken damit geschlossen werden. Systeme, die noch nicht aktualisiert wurden, könnten dann gezielt angegriffen werden.


BSI-Vizepräsident Thomas Caspers warnte deshalb ausdrücklich: „Wir halten eine kurzfristige, großflächige Ausnutzung innerhalb weniger Stunden nach Erscheinen der Sicherheitsupdates für wahrscheinlich.“ Besonders gefährlich sei, dass Angreifer mithilfe künstlicher Intelligenz entsprechende Angriffswerkzeuge in kurzer Zeit entwickeln könnten.


Die Konsequenzen waren bereits am Mittwoch bundesweit zu spüren. Zahlreiche Behörden und Einrichtungen nahmen Internetangebote vorsorglich vom Netz. In Berlin und Brandenburg waren unter anderem die Internetwachen der Polizei, die Universität Potsdam und zeitweise die Berliner Charité betroffen. Auch bei mehreren brandenburgischen Kommunen kam es zu Einschränkungen.


Sicherheitsmaßnahme statt bestätigtem Angriff

Die Gemeinde Michendorf betont, dass die Abschaltung vorsorglich erfolgt sei. Die technischen Verantwortlichen prüften „mit höchster Priorität“, ob und in welchem Umfang die eingesetzten Anwendungen tatsächlich betroffen seien. Parallel würden notwendige Schutzmaßnahmen vorbereitet.


Wichtig dabei: Die Gemeinde berichtet bislang nicht von einem erfolgreichen Hackerangriff oder einem Diebstahl persönlicher Daten. Dass das Portal abgeschaltet wurde, bedeutet also keineswegs, dass Kriminelle bereits in die Systeme eingedrungen sind. Vielmehr soll die Maßnahme verhindern, dass es überhaupt so weit kommt.


Wann funktioniert das Online-Rathaus wieder?

Eine Antwort darauf gibt es noch nicht. Nach Angaben der Gemeinde bleibt das Serviceportal „bis auf Weiteres nicht nutzbar“.


Bürger, die Verwaltungsangelegenheiten erledigen möchten, können sich weiterhin telefonisch unter 033205 598-0 oder über post@michendorf.de an das Rathaus wenden. Für allgemeine Verwaltungsfragen steht zudem die Behördennummer 115 zur Verfügung. Allerdings weist die Gemeinde darauf hin, dass nicht sämtliche Anträge und rechtlich verbindlichen Erklärungen per einfacher E-Mail eingereicht werden können.


Wann die digitalen Angebote wieder uneingeschränkt zur Verfügung stehen, hängt von den technischen Prüfungen und erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen ab.

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