Dorfmitte wird zur Festmeile: Festival Wilhelmshorst
- MIR-Redaktion

- 19. Sept.
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Wilhelmshorst feierte Mitte September ein Wochenende lang ein buntes Festival. Vom 12. bis 14. September 2025 verwandelte sich das Ortszentrum in eine Bühne für Musik, Tanz, Akrobatik und Begegnungen. Mehr als 1000 Gäste aus Wilhelmshorst und den umliegenden Orten kamen laut Veranstalter zusammen und erlebten drei Tage Programm, das Vielfalt und Gemeinschaft in den Mittelpunkt stellte.
Organisiert wurde das Festival von über 40 ehrenamtlich Engagierten. Die Koordination lag bei Torsten Conradt von der Initiative „Gestaltung Mitte Wilhelmshorst“ sowie Marita Overbeck, Vorsitzende des Kulturbund Michendorf e.V. Beide sind auch im Vorstand des CDU-Ortsverbands Michendorf aktiv. Unterstützt wurde das Fest von zahlreichen Partnern und Sponsoren aus der Region.
Der Auftakt am Freitagabend brachte mit Elektrobeats, All-Time-Hits und Deutschrap eine ausgelassene Stimmung in die Ortsmitte. Vor allem junge Besucher nutzten die eigens aufgebaute Bühne, die mit Licht- und Nebeleffekten für eine Clubatmosphäre im Freien sorgte. Am Samstag standen zunächst Auftritte lokaler Talente auf dem Programm: Gitarrenduos, junge Musiker, Kita-Kinder und die "Musical Kids" sorgten für Abwechslung. Höhepunkte waren die Akrobatik-Einlagen der Pirouette Dance Company Potsdam. Am Abend begeisterten Pianist Leon Buche, Gitarrist Robert Bernier und die Band Appenzeller Chässpätzli das Publikum. Den Abschluss des Abends setzte die Gruppe Zirko Soni mit einer musikalischen Zeitreise durch das 20. Jahrhundert.
Der Sonntag begann sportlich: Yoga und Qi-Gong lockten Frühaufsteher, das Run & Bike Michendorf fand erstmals im Rahmen des Festivals statt und brachte zahlreiche Aktive auf die Strecke. Parallel bot der KIKIVE-Familiensporttag Mitmachaktionen für Groß und Klein. Auch die jüngsten Besucher kamen bei Hüpfburg, Kinderschminken, Workshops und Henna-Tattoo-Angeboten auf ihre Kosten.
Bemerkenswert war laut Veranstalter in diesem Jahr auch die spontane Beteiligung junger Menschen: Einige Jugendliche entschieden sich, künftig selbst im Organisationsteam mitzuwirken. Für die Veranstalter gilt das als Beleg dafür, wie sehr das Festival im Ort verankert ist. Gerade die Einbindung der Jugend ist ein wichtiger Beitrag zur Stärkung des Zusammenhalts – und macht Hoffnung für die Zukunft.
Wie der Veranstalter mitteilte, laufen die Planungen für 2026 bereits. Im kommenden Jahr soll Wilhelmshorst erneut zur Festmeile werden. Geplant ist, dass das 80-jährige Jubiläum des Kulturbund Michendorf e.V. dabei im Mittelpunkt steht. Doch ob das Festival wie gewohnt in der jetzigen Form stattfinden kann, ist nicht in jedem Detail sicher. Grund dafür sind die aktuellen Überlegungen zur Neugestaltung der Ortsmitte.
Wie die MAZ berichtete, möchte die Gemeinde Michendorf das Areal verkaufen – im Rahmen eines Konzeptverfahrens. Dabei soll ausschlaggebend sein, welches Konzept die Ortsmitte nachhaltig prägen und das Ortsbild verbessern kann. Diese Vorgehensweise wird von vielen als Chance gesehen, weil Gestaltung und Aufenthaltsqualität im Vordergrund stehen. Gleichzeitig sorgt sie für Unsicherheit: Noch ist offen, welche Pläne sich durchsetzen werden und ob das Areal in seiner bisherigen Gestalt weiter genutzt werden kann.
Für die Bürgerinnen und Bürger bedeutet das: Freude über ein erfolgreiches Festival, aber auch gespannte Erwartung, welche Konzepte für die Ortsmitte auf den Tisch kommen – und ob die gewachsene Tradition des Festes dort auch in Zukunft eine Heimat findet.
Foto: Holger Dietze




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