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Grünabfallsäcke vor dem Aus: Das ändert sich ab 2027 für Haushalte in Michendorf

Michendorf – Wer in Michendorf seinen Rasenschnitt, Laub oder Heckenschnitt bislang bequem im Grünabfallsack oder mit Banderole an die Straße gestellt hat, muss sich umstellen.

Die APM Abfallwirtschaft Potsdam-Mittelmark GmbH stellt dieses System zum Jahresende 2026 ein. Ab 2027 werden Grünabfallsäcke und Grünabfallbanderolen nicht mehr verkauft, nicht mehr eingesammelt und auch nicht mehr bei der Entsorgung berücksichtigt.


Für viele Haushalte in Michendorf dürfte das eine spürbare Änderung werden. Gerade in den Ortsteilen mit vielen Gärten gehören die Säcke für Laub, Gras und Strauchschnitt seit Jahren zum vertrauten Bild am Straßenrand. Nun setzt die APM auf Biotonnen, Bigbags und Wertstoffhöfe.


Letzter Abholtermin ist der 30. November 2026

Wichtig für alle, die noch Säcke oder Banderolen zu Hause haben: Sie können nur noch bis Ende November 2026 genutzt werden. Der letzte Entsorgungstag ist nach Angaben der APM der 30. November 2026. Restbestände werden nicht zurückgenommen und auch nicht erstattet.

Wer also noch Vorräte im Schuppen liegen hat, sollte sie im laufenden Jahr aufbrauchen.


Ab Januar 2027 ist Schluss. Dann sollen diese Entsorgungswege nicht mehr angeboten werden. Wer trotzdem noch Säcke herausstellt, muss damit rechnen, dass sie stehen bleiben.


Warum die APM umstellt

Die APM begründet den Schritt mit Umwelt-, Arbeits- und Ressourcenschutz. Ein zentraler Punkt ist der Schutz der Beschäftigten. Schwere Grünabfallsäcke und gebündelte Grünabfälle müssen gehoben, verladen und entleert werden.


Eine Gefährdungsbeurteilung habe nach Angaben des Unternehmens gezeigt, dass diese Arbeit mit hohen körperlichen Belastungen verbunden sei.

Hinzu kommt der Blick auf die Bioabfallqualität. Seit Mai 2025 gelten bundesweit strengere Anforderungen für Bioabfälle. Ziel ist, Kunststoffe und andere Fremdstoffe aus dem Bioabfall herauszuhalten.


Denn je sauberer der Bioabfall ist, desto besser kann daraus hochwertiger Kompost entstehen. Mikroplastik und Plastikreste sollen so möglichst gar nicht erst in Böden gelangen.

Plastiksäcke und Banderolen passen aus Sicht der APM nicht mehr zu diesem Anspruch.

Sie erschweren eine störstoffarme Verwertung und gelten deshalb nicht mehr als zeitgemäßes System.


APM-Geschäftsführerin Diana Grund erklärt dazu: „Wir verabschieden uns nicht von einem Service, sondern von einem System, das den heutigen Anforderungen nicht mehr entspricht.

An seine Stelle treten moderne Lösungen, die Umwelt, Beschäftigte und Bürger gleichermaßen berücksichtigen. Genau das verstehen wir unter einer zukunftsfähigen kommunalen Daseinsvorsorge.“


Biotonne wird zur Dauerlösung

Für regelmäßig anfallende Grün- und Bioabfälle empfiehlt die APM künftig vor allem die Biotonne. Angeboten werden 120-Liter-Biotonnen. Mehrfamilienhäuser ab vier Wohneinheiten können auch eine 240-Liter-Biotonne mit Filterdeckel erhalten.


Bild: APM GmbH


Neue Biotonnen werden nach Angaben der APM künftig ausschließlich mit Biofilterdeckel ausgegeben. Dieser soll Gerüche reduzieren und Fliegen die Eiablage erschweren.

Gerade im Sommer kann das ein praktischer Vorteil sein, wenn Bioabfall und Grünabfall regelmäßig anfallen. Die Leerung ist ganzjährig im 14-tägigen Rhythmus möglich.


Für viele Grundstücke in Michendorf dürfte die Biotonne damit zur naheliegenden Alternative werden – vor allem dort, wo regelmäßig Rasenschnitt, Laub, Pflanzenreste oder Küchenabfälle anfallen.


Bigbags für den großen Schnitt

Wer nur saisonal größere Mengen loswerden muss, etwa nach dem Hecken- oder Baumschnitt, kann weiter Bigbags nutzen. Diese gibt es künftig in der Größe von einem Kubikmeter und neu auch mit 0,5 Kubikmetern Volumen.


Erworben werden können die Bigbags auf den APM-Wertstoffhöfen in Werder/Havel, Niemegk und Teltow sowie in der APM-Außenstelle in Kloster Lehnin, Ortsteil Damsdorf. Auf Wunsch verschickt die APM die Bigbags auch per Post, allerdings zuzüglich Versandgebühr und nach Vorkasse oder Einzugsermächtigung.


Gefüllte Bigbags können anschließend zur Abholung angemeldet werden. Möglich ist das telefonisch unter 033843/30678, per E-Mail an apm-service@apm-niemegk.de oder über das Bürgerportal der APM im Bereich „Entsorgungsaufträge“.


Wertstoffhöfe bleiben Anlaufstelle

Für größere Mengen Grünabfall bleiben außerdem die APM-Wertstoffhöfe in Niemegk, Werder/Havel und Teltow eine Möglichkeit. Gerade für Haushalte mit Anhänger oder größeren Gartenaktionen kann das die praktikabelste Lösung sein.


Wer unsicher ist, welche Lösung im eigenen Fall am besten passt, kann sich an die Abfallberatung der APM wenden. Diese ist per E-Mail unter abfallberatung@apm-niemegk.de oder telefonisch unter 033843/30680 erreichbar.


Was Michendorfer Haushalte jetzt tun sollten

Für Michendorferinnen und Michendorfer bedeutet die Umstellung vor allem: rechtzeitig planen. Wer regelmäßig Grünabfälle entsorgt, sollte prüfen, ob eine Biotonne sinnvoll ist. Wer nur ein- oder zweimal im Jahr große Mengen hat, dürfte mit Bigbags oder dem Wertstoffhof besser fahren.


Klar ist aber auch: Die Zeit der kleinen Grünabfallsäcke am Straßenrand läuft ab. Bis Ende November 2026 können vorhandene Säcke und Banderolen noch genutzt werden. Danach braucht es einen anderen Weg.

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