MIR fällt auf: „Das könnte so bleiben“
- Gregory Gosciniak

- vor 1 Tag
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Meinung - Wer in den vergangenen Tagen im inzwischen leidig bekannt gemächlichen Tempo über die Potsdamer Straße durch das Michendorfer Zentrum gefahren ist, dem dürfte ein eher ungewöhnlicher Anblick aufgefallen sein: An mehreren Stellen sind Verkehrsschilder mit Müllbeuteln und Klebestreifen dekoriert.
Auch in den sozialen Netzwerken sorgte dies für Verwunderung. Sinngemäß lautete die durchaus berechtigte Frage: „Warum hängen da eigentlich Müllbeutel über den Parkschildern?"
Die Antwort ist eigentlich recht einfach – zumindest für regelmäßige MIR-Leser: In zwei Nebenstraßen wird gebaut. Damit die dort wegfallenden Parkmöglichkeiten zumindest teilweise aufgefangen werden können, stehen Bereiche an der Potsdamer Straße vorübergehend wieder zum Freiparken zur Verfügung.
Soweit, so nachvollziehbar.
Natürlich hätte man sich diese Information mit etwas Ausdauer auch aus einer bereits einige Tage alten Mitteilung der Gemeindeverwaltung erschließen können. Aber wir wollen ja nicht kleinlich sein.
Viel interessanter fand ich ohnehin einen Kommentar unter der Diskussion in den sozialen Netzwerken. Dort schrieb jemand sinngemäß: „Das könnte doch eigentlich so bleiben.“
Und seitdem frage ich mich: „Warum eigentlich nicht?"
Ich wohne nicht direkt an der Potsdamer Straße. Ich bin dort vor allem regelmäßiger Pendler. Deshalb wäre es vermessen, nach wenigen Tagen bereits zu behaupten, die perfekte Dauerlösung gefunden zu haben. Gerade die Anwohner wissen am besten, welche Auswirkungen eine veränderte Parksituation tatsächlich hat.
Aber einen Versuch wäre es vielleicht wert.
Bislang jedenfalls entsteht nicht der Eindruck, dass Michendorfs „City“ plötzlich von wild parkenden Fahrzeugkolonnen überschwemmt wird. Keine chaotischen Zustände, keine flächendeckende zweite Reihe, kein völliger Zusammenbruch des zwangsgemächlichen Verkehrs.
Vielleicht lohnt sich deshalb nach Abschluss der Bauarbeiten tatsächlich einmal die nüchterne Frage, ob jede bisherige Einschränkung anschließend automatisch wieder zurückkehren muss.
Verkehrsregelungen sollten schließlich kein Selbstzweck sein. Wo Einschränkungen notwendig sind, braucht es sie. Wo sie aber keinen erkennbaren Vorteil bringen, darf man sie auch hinterfragen.
Und ganz nebenbei: Wenn eine Regelung dauerhaft entfallen kann, spart das am Ende auch die ein oder andere Parkstreife – und nicht zuletzt die Schilder.
Vielleicht zeigt dieser kleine Baustellenversuch also ganz unbeabsichtigt, dass es manchmal auch einfacher geht.
Deshalb meine Sicht: Nicht sofort nach Ende der Arbeiten alles wieder zurückbauen. Erst beobachten, Erfahrungen sammeln, Anwohner anhören – und dann entscheiden. Denn manchmal steckt die beste Idee für eine dauerhafte Lösung bereits in einem schwarzen Müllbeutel.
Ich meine: Das könnte so bleiben.




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