Neue Ausstellung im Rathaus: „Auf den zweiten Blick“ zeigt Kunst mit Tiefe
- Oliver Bettermann

- vor 21 Minuten
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Michendorf - Wer ab September durch das Rathaus Michendorf geht, kann dort nicht nur Verwaltungsangelegenheiten erledigen. Unter dem Titel „Auf den zweiten Blick“ zeigen Michael Müller und Grit May Wolff Malerei, Grafik und Cyanotypien.
Eröffnet wird die Ausstellung am Dienstag, 8. September 2026, um 16.30 Uhr. Zu sehen sind die Arbeiten anschließend bis zum 30. Oktober 2026. Die Ausstellung knüpft an die Präsentation „Querbeet“ von Christine Dressler an.
Die Flure des Rathauses am Richard-Muth-Platz werden damit erneut zum Ausstellungsraum für Kunst. Dieses Mal treffen zwei unterschiedliche künstlerische Handschriften und verschiedene Techniken aufeinander.
Alltägliches wird Teil der Kunst
Die Arbeiten von Michael Müller sind nach Angaben im Begleittext vielseitig und vielschichtig angelegt. Kontrastreiche und farbintensive Flächen treffen dabei auf feine Details und kleine Figuren. Dadurch erhalten die Bilder neben ihrer abstrakten Wirkung teilweise auch eine erzählerische Ebene.
Eine Besonderheit liegt in den verwendeten Materialien. Müller greift demnach immer wieder auf Dinge aus dem Alltag zurück: Kassenbons, Rechnungen oder handschriftliche Notizen können zum Untergrund seiner Werke werden. Sie verschwinden nicht vollständig unter der Farbe, sondern bleiben zum Teil sichtbar.
Damit verändert sich das Bild mit der Betrachtung. Was zunächst wie eine Fläche oder Struktur wirkt, kann beim genaueren Hinsehen weitere Einzelheiten offenbaren – passend zum Titel der Ausstellung.
Müllers Arbeiten verbinden Malerei, Collage und konzeptuelle Elemente. Dickere Farbschichten und deutlich erkennbare Strukturen sollen den Bildern Tiefe und Materialität verleihen. Inhaltlich werden unter anderem Vergänglichkeit, Hoffnung und innere Einkehr aufgegriffen.
Bis zu 30 Farbschichten für ein Motiv
Bei Grit May Wolff steht dagegen besonders das Experimentieren mit Materialien und Techniken im Mittelpunkt. Nach ihrer Beschreibung geht es ihr dabei weniger um handwerkliche Perfektion als um den Prozess und darum, welche Wirkung aus verschiedenen Materialien und Arbeitsweisen entsteht.
Zum Einsatz kommen unter anderem Acrylfarben, Schablonen und Spachteltechniken. Bei ihren sogenannten „Eisberg“-Motiven können dabei bis zu 30 Farbschichten übereinanderliegen.
Die Arbeiten greifen zugleich persönliche Erfahrungen und unterschiedliche Lebensphasen auf. Themen wie Schmerz und Angst finden ebenso Eingang in die Bilder wie Wolken, Meer, Farbexperimente und intuitives Malen.
Kunst, bei der der Zufall mitarbeitet
Ein weiterer Schwerpunkt Wolffs ist die Cyanotypie. Bei diesem historischen Blaudruckverfahren lassen sich die Ergebnisse nur teilweise steuern. Gerade diese begrenzte Kontrolle und das Zusammenspiel aus bewusster Gestaltung und Zufall machen für die Künstlerin nach eigenen Angaben den besonderen Reiz der Technik aus.
So erklärt sich auch der Ausstellungstitel: Viele Details der gezeigten Arbeiten erschließen sich nicht unbedingt beim ersten Vorbeigehen. Materialien, Strukturen, Farbschichten und Motive laden dazu ein, genauer hinzusehen.
Ausstellung bis Ende Oktober
Die Ausstellung „Auf den zweiten Blick – Malerei · Grafik · Cyanotypien“ von Michael Müller und Grit May Wolff wird am 8. September um 16.30 Uhr im Rathaus Michendorf eröffnet.
Zu sehen ist sie anschließend bis zum 30. Oktober 2026 im Rathaus am Richard-Muth-Platz 1 in Michendorf.




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