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Pendlerfrust belegt: RE7 durch Michendorf besonders unpünktlich

Michendorf – Wer morgens am Bahnhof Michendorf auf den Regionalexpress 7 wartet, braucht vor allem eines: Geduld. Nach aktuellen Zahlen des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB) zählt der RE7 zu den unpünktlichsten Regionalzuglinien in Berlin und Brandenburg. Für viele Pendlerinnen und Pendler zwischen Michendorf, Potsdam und Berlin ist das eine spürbare Belastung im Alltag.


Deutlich unter dem Durchschnitt

Nach den veröffentlichten Daten erreichten im vergangenen Jahr lediglich rund 73 Prozent der RE7-Züge ihr Ziel mit weniger als fünf Minuten Verspätung. Damit liegt die Linie deutlich unter dem Durchschnitt des Regionalverkehrs im Verbundgebiet, der über 80 Prozent lag.


Der RE7 verbindet unter anderem Bad Belzig, Michendorf, Potsdam und Berlin – für zahlreiche Berufstätige, Schülerinnen und Schüler sowie Studierende ist er die zentrale Achse in Richtung Hauptstadt. Verspätungen führen regelmäßig zu verpassten Anschlüssen und verlängerten Arbeitswegen.


Überlastung wird zunehmend thematisiert

Neben Baustellen, Störungen im Berliner Knoten und witterungsbedingten Einschränkungen wird seit Längerem auch eine strukturelle Überlastung einzelner Regionalverbindungen diskutiert. Der wachsende Zuzug in die Metropolregion Berlin-Brandenburg und veränderte Pendlerströme erhöhen den Druck auf bestehende Kapazitäten.


Der Beelitzer Bürgermeisterkandidat Marius Müller-Böge (FDP) erklärte jüngst öffentlich, der RE7 sei Richtung Berlin und Potsdam überlastet. Seine Kapazitäten müssten ausgebaut, perspektivisch auch die Taktung erhöht werden. Zudem sprach er sich für zusätzliche Park-and-Ride-Stellplätze, mehr Barrierefreiheit und eine bessere Busanbindung aus.


Und was sagt die Politik in Michendorf?

Eine Durchsicht öffentlich zugänglicher Wahlprogramme, Pressemitteilungen und Parteiverlautbarungen aus Michendorf zeigt: Das Thema ÖPNV und Pendleranbindung spielte in vergangenen Wahlkämpfen durchaus eine Rolle.


So wurde etwa der Ausbau von Park-and-Ride-Anlagen, eine bessere Abstimmung zwischen Bus und Bahn oder die Verbesserung der Anbindung Richtung Berlin und BER gefordert. Ein ausdrücklich formuliertes Wahlversprechen, das konkret einen Kapazitätsausbau oder eine Taktverdichtung des RE7 verlangt, lässt sich aus den öffentlich zugänglichen Dokumenten jedoch nicht entnehmen.


Das bedeutet nicht, dass die Problematik vor Ort nicht wahrgenommen wird – wohl aber, dass es bislang keine klar dokumentierte kommunalpolitische Initiative mit explizitem RE7-Fokus gibt, wie sie nun aus Beelitz formuliert wurde.


Standortfaktor Zuverlässigkeit

Für eine wachsende Gemeinde wie Michendorf ist eine verlässliche Bahnanbindung mehr als ein Komfortmerkmal. Viele Neubürgerinnen und Neubürger entscheiden sich bewusst für den Wohnort zwischen Potsdam und Berlin – in der Erwartung einer stabilen Verkehrsanbindung.


Wenn diese Zuverlässigkeit ins Wanken gerät, betrifft das die Standortqualität unmittelbar. Die Zahlen zur Pünktlichkeit des RE7 liefern daher Diskussionsstoff – nicht nur auf Landesebene, sondern auch vor Ort in Michendorf.

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