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Wenig Resonanz, offene Verantwortung: KJB sucht neue Mitstreiter

13. Juli
3 Min. Lesezeit

Michendorf - Hier sollen nicht nur Pflanzen, sondern auch Ideen wachsen: Der „Social Garden“ ist als Ort für Begegnung, Gemeinschaft und kreative Projekte gedacht. Doch ausgerechnet bei der wichtigsten Frage kommt das Vorhaben bislang nicht weiter: Wer übernimmt dauerhaft die Verantwortung? Gleichzeitig sucht der Kinder- und Jugendbeirat (KJB) Michendorf neue Mitglieder. Zwei am 10. Juli auf der Internetseite der Gemeinde veröffentlichte Beiträge zeigen viel Gestaltungswillen – werfen aber auch Fragen zur Aktualität, Verbindlichkeit und Wirkung der Jugendbeteiligung auf.


Viele Ideen – aber wer hält die Gießkanne?

Bereits am 21. Mai hatte der Kinder- und Jugendbeirat zu einer Informationsveranstaltung ins Rathaus eingeladen. Gemeinsam sollte beraten werden, wie es mit dem „Social Garden“ weitergeht.


Die Fragen waren vielfältig: Welche Möglichkeiten bietet das Gelände? Was ist bereits vorhanden? Was wird noch benötigt? Wer möchte den Garten nutzen? Und vor allem: Wer kümmert sich langfristig darum?


Denn ein Gemeinschaftsgarten lebt nicht allein von Beeten, Werkzeug und guten Ideen. Es braucht Menschen, die Absprachen treffen, Aufgaben verteilen und auch dann zur Gießkanne greifen, wenn gerade keine Veranstaltung auf dem Programm steht.

Genau diese entscheidende Frage blieb offen.


Rückblick kommt sieben Wochen später

Nach Angaben des KJB wurde die Informationsveranstaltung nur von wenigen Interessierten besucht. Eine endgültige Lösung für die Verantwortung im Garten habe deshalb nicht gefunden werden können.


Bemerkenswert ist allerdings auch der Zeitpunkt der Veröffentlichung: Der Rückblick auf die Veranstaltung vom 21. Mai erschien erst am 10. Juli – rund sieben Wochen später. Darin heißt es, ein weiteres Treffen sei „voraussichtlich Ende Juni“ geplant. Ob dieses Treffen tatsächlich stattfand und ob dabei Ergebnisse erzielt wurden, bleibt offen.


Damit wirkt die Meldung bereits bei ihrer Veröffentlichung überholt. Wer sich nach der Lektüre beteiligen möchte, erfährt weder einen neuen Termin noch den aktuellen Stand des Projekts. Aus einem Beteiligungsaufruf wird so schnell ein Rückblick ohne klare Anschlussmöglichkeit.


Glatt formuliert, aber wenig konkret

Auch der zweite Beitrag fällt vor allem durch seine professionell gestaltete Grafik und allgemein gehaltene Formulierungen auf. Gesucht werden junge Menschen zwischen zehn und 21 Jahren aus allen Michendorfer Ortsteilen, die mitreden und ihre Gemeinde mitgestalten möchten. Politische Erfahrung sei nicht erforderlich, jeder sei willkommen.


Das klingt einladend, bleibt aber auffällig unverbindlich. Welche Themen kann der KJB tatsächlich beeinflussen? Wie häufig trifft er sich? Wie viele Mitglieder arbeiten derzeit aktiv mit? Welche Projekte wurden bereits aus eigener Initiative umgesetzt? Und wie groß ist der zeitliche Aufwand?


Antworten auf diese naheliegenden Fragen fehlen. Die Texte wirken stellenweise eher wie glatt formulierte Werbevorlagen als wie persönliche Botschaften junger Menschen. Ob bei ihrer Erstellung technische Hilfsmittel eingesetzt wurden, ist nicht ersichtlich. Entscheidend ist jedoch das Ergebnis: Die Beiträge vermitteln wenig davon, wer hinter dem KJB steht und was Interessierte dort konkret erwartet.


Junge Stimmen ausdrücklich gesucht

Grundsätzlich ist der Aufruf wichtig. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene brauchen Möglichkeiten, ihre Interessen einzubringen – gerade in einer Kommunalpolitik, die sonst häufig von Erwachsenen geprägt wird.


Interessierte können sich per E-Mail an soziales@michendorf.de wenden. Doch eine E-Mail-Adresse allein schafft noch keine Beteiligung. Jugendliche müssen wissen, dass ihre Zeit, ihre Ideen und ihr Engagement tatsächlich etwas bewirken können.


Dafür braucht es sichtbare Ergebnisse, verständliche Zuständigkeiten und regelmäßige, aktuelle Informationen. Beteiligung entsteht nicht durch ein hübsches Plakat, sondern durch das Gefühl, ernst genommen zu werden.


Trägt das Projekt – oder wird es nur verwaltet?

Beim „Social Garden“ verdichtet sich damit eine Frage, die Kritiker des Kinder- und Jugendbeirates seit seiner Gründung stellen: Trägt das Projekt tatsächlich?


Dabei geht es nicht darum, das Engagement einzelner junger Menschen kleinzureden. Vielmehr muss gefragt werden, ob die organisatorischen Voraussetzungen stimmen. Ein Beirat kann nur funktionieren, wenn er ausreichend begleitet wird, echte Gestaltungsmöglichkeiten erhält und seine Arbeit sichtbar wird.


Beim Gemeinschaftsgarten fehlen bislang offenbar sowohl eine verbindliche Verantwortung als auch eine nachvollziehbare Kommunikation über den weiteren Weg. Beim KJB selbst bleibt unklar, wie viele junge Menschen derzeit aktiv sind und welche konkreten Entscheidungen sie mitprägen konnten.


Die neuen Beiträge zeigen daher vor allem eines: Der Wille zur Beteiligung ist formuliert. Ob daraus dauerhaft tragfähige Strukturen entstehen, muss sich erst noch zeigen.

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