Wunschpaten gesucht: Wenn aus Fremden Ziehgroßeltern werden
- Gregory Gosciniak

- vor 2 Tagen
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Michendorf - Die eigenen Großeltern wohnen weit entfernt, im Alltag fehlt gelegentlich eine helfende Hand – und gleichzeitig gibt es ältere Menschen, die gerne wieder stärker am Familienleben teilhaben würden. Genau hier soll ein neues Projekt in Michendorf ansetzen: Unter dem Namen „Wunschpaten“ sollen Familien sowie Senioren zusammengebracht werden.
Das Bündnis für Familie möchte damit eine Verbindung zwischen den Generationen schaffen. Gesucht werden ältere Menschen, die Zeit und Freude daran haben, eine Familie zu begleiten. Gleichzeitig können sich Eltern melden, die sich Unterstützung durch eine liebevolle Wunschoma oder einen Wunschopa wünschen.
Zeit schenken, Gemeinschaft gewinnen
Im Mittelpunkt steht nicht allein die Unterstützung bei der Kinderbetreuung. Das Projekt soll auch Senioren stärker in das gesellschaftliche und familiäre Leben einbinden – insbesondere dann, wenn die eigenen Kinder oder Enkelkinder weiter entfernt wohnen.
So könnten Beziehungen entstehen, von denen beide Seiten profitieren: Familien erhalten Unterstützung und eine zusätzliche Bezugsperson für ihre Kinder. Ältere Menschen können ihre Erfahrung einbringen, Zeit mit einer Familie verbringen und neue persönliche Kontakte knüpfen.
Wie häufig und in welcher Form sich Wunschpaten und Familien treffen, dürfte dabei von den Beteiligten und ihren jeweiligen Möglichkeiten abhängen. Konkrete Einzelheiten zur späteren Vermittlung oder zum Umfang der Betreuung nennt die Gemeinde in ihrer bisherigen Ankündigung noch nicht.
Anmeldung bis Anfang September
Interessierte Seniorinnen und Senioren sowie Familien können sich bis zum 6. September 2026 per E-Mail unter wunschpaten@michendorf.de melden.
Auf Grundlage der eingegangenen Rückmeldungen soll Anfang September eine Wunschpaten-Datenbank aufgebaut werden. Für den Herbst ist außerdem ein erstes Kennenlerntreffen im Familienzentrum vorgesehen. Dort sollen suchende Familien und mögliche Wunschpaten erstmals persönlich miteinander ins Gespräch kommen können.
Projekt mit langer Vorgeschichte
Das Bündnis für Familie „Miteinander in Michendorf“ besteht bereits seit 2014. Nach eigenen Angaben vereint es unterschiedliche gesellschaftliche Akteure und verfolgt das Ziel, Michendorf als kinder- und familienfreundliche Gemeinde weiterzuentwickeln.
Dabei richtet sich seine Arbeit ausdrücklich an alle Generationen. Bestehende Angebote und Ressourcen sollen gebündelt, Lücken erkannt und neue Formen des gemeinschaftlichen Miteinanders geschaffen werden. Zu den Netzwerkpartnern gehören unter anderem soziale Einrichtungen, das Familienzentrum sowie Interessenvertretungen jüngerer und älterer Menschen.
Mit den Wunschpaten soll nun ein Angebot entstehen, das genau diesen Gedanken praktisch umsetzt: Menschen mit Zeit treffen auf Familien, die sich Unterstützung und generationsübergreifende Kontakte wünschen




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